Anhö­rung zu den Staats­fors­ten — ein Grü­ner Erfolg

Sind die Baye­ri­schen Staats­fors­ten in ers­ter Linie zur Holz­erzeu­gung und Gewinn­erzie­lung ver­pflich­tet oder erfül­len unse­re Wäl­der nicht noch viel mehr und wert­vol­le­re Auf­ga­ben? Müs­sen wir nicht mit ande­ren Maß­stä­ben als bis­her die­se natür­li­chen Res­sour­cen bewer­ten und auf ihren Bestand und ihre Ent­wick­lung achten?

Die­se grund­sätz­li­che Fra­ge stell­te sich für mich als Teil­neh­me­rin der Anhö­rung der Aus­schüs­se Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten sowie Staats­haus­halt und Finanz­fra­ge zum The­ma “Pro­jekt “Forst­be­trieb 2030” der Baye­ri­schen Staatsforsten”.

Zahl­rei­che Ver­bän­de und Exper­ten (Frau war lei­der kei­ne dabei) erläu­ter­ten ihre Posi­ti­on und beant­wor­te­ten die Fra­gen der Aus­schuss­mit­glie­der. Einig waren sich alle Teilnehmer*innen, dass die Dis­kus­si­on und das Augen­merk auf die Staats­fors­ten sehr not­wen­dig ist. Daher sehen wir die von unse­rer Frak­ti­on bean­trag­te Anhö­rung als einen ers­ten erfolg­rei­chen Schritt zu mehr Nach­hal­tig­keit im Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Frei­staats. Nun müs­sen Taten folgen!

Im fol­gen­den mein Bei­trag zur Debatte:

Sehr geehr­ter Herr Vor­sit­zen­der! Sehr geehr­te Exper­ten! Lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen! Ich bin sicher nicht als Wald­ex­per­tin bekannt, ich ken­ne mich aber ein biss­chen mit dem Geld aus, und als Haus­häl­te­rin sehe ich mich doch auch ein wenig als Wäch­te­rin über die Steu­er­mit­tel. Und was ich auf kei­nen Fall ver­ant­wor­ten möch­te, und das gilt für sehr vie­le Berei­che aus dem Staats­haus­halt, ist, dass wir heu­te wei­ter Ein­spa­run­gen betrei­ben oder neu aus­ru­fen oder Inves­ti­tio­nen nicht täti­gen und uns das spä­ter umso teu­rer kommt.
Das sehen wir sehr oft, und ich höre das heu­te auch hier her­aus, und da hat der Wald natür­lich viel mehr Bedeu­tung als nur die Holzernte.
Ich kann Ihnen sagen, wir sind min­des­tens ein­mal im Monat bei den Kom­mu­nen vor Ort ein­ge­la­den, bei der Aus­zeich­nung als Ram­sar-Gebiet oder als beson­ders schüt­zens­wer­tes Gebiet oder bei der Ein­wei­hung eines neu­es Wald­er­leb­nis­zen­trums. Wir haben aber auch ein­mal im Monat die Dis­kus­si­on im Haus­halts­aus­schuss, dass wie­der Staats­wald für Gewer­be­ge­biet ver­kauft wird, und es gibt auch die zuge­hö­ri­gen Peti­tio­nen dazu.


Mei­ne per­sön­li­che Mei­nung ist, dass der Wald über­haupt nicht nach Share­hol­der Value-Maß­stä­ben bewer­tet wer­den kann 

und auch nicht die­ses gan­ze Geschäft heu­te, und dar­um dreht es sich ja immer wie­der. Ich sehe das jetzt von hier oben und höre dann immer wie­der: “Nein” und aus­drück­lich ein “Wei­ter so” und “Das trägt sich ja dann”. 

Ich glau­be, in der Situa­ti­on, in der wir jetzt sind, ist natür­lich die Idee, in Zukunft die Gewin­ne zu behal­ten und Rück­la­gen zu bil­den, rela­tiv bit­ter, aber Herr Babin­ger hat es vor­hin schon gesagt: Momen­tan sind wir gar nicht in der Lage, hier gro­ße Rück­la­gen zu bil­den und gro­ße Gewin­ne abzuschöpfen.


Des­we­gen möch­te ich zum einen dar­auf hin­wei­sen – wir sind ja jetzt noch recht­zei­tig dran für den Haus­halt 2022 –, dass wir vor­ab einen 10-Punk­te-Plan vor­ge­legt haben, der unter ande­rem hun­dert Mil­lio­nen für die kli­ma­an­ge­pass­te Land- und Forst­wirt­schaft beinhal­tet, und da ist auch der Wald­um­bau aus­drück­lich genannt.


Ich bit­te da drin­gend auch die Koali­ti­ons­frak­tio­nen, bei der Auf­stel­lung des Haus­halts hier noch ein­mal sehr dar­auf zu achten.
Unse­re Frak­ti­on hat sich ja – ich glau­be, vor nicht ein­mal vier Wochen – den Stei­ger­wald per­sön­lich ange­schaut. Wie schon gesagt, ich bin kei­ne Exper­tin, aber ich war sehr beein­druckt von die­ser Dis­kre­panz, wie lan­ge der Wald an gewis­sen Stel­len braucht, um wun­der­ba­re, aber völ­lig funk­tio­nie­ren­de Sys­te­me zu eta­blie­ren oder auf­recht zu erhal­ten, und wie sehr die Dis­kre­panz der kurz­fris­ti­gen Gewinn­erzie­lung und der kurz­fris­ti­gen Holz­ern­te auch im Stei­ger­wald sicht­bar ist, die man dort natür­lich auch live beob­ach­ten konnte.
Des­we­gen gehen mei­ne Fra­gen noch an den Herrn Merg­ner und den Herrn Breit­sa­me­ter. Sie haben ja vor­hin auch noch ein­mal die Expor­te angesprochen: 

Täu­sche ich mich – oder reagie­ren wir tat­säch­lich immer nur? Wäre es nicht in unser aller Inter­es­se, an die Spit­ze der Ent­wick­lung zu kom­men und uns vor­her zu rüs­ten, und bräuch­ten wir da nicht über­haupt einen sys­te­mi­schen Wan­del, wie wir ihn immer auch für die Aus­schrei­bun­gen for­dern, dass wir ein­fach mit ganz ande­ren Kri­te­ri­en messen? 

Ich wäre Ihnen dank­bar, wenn Sie dazu noch ein­mal etwas sagen würden. 

Bericht des Vor­stands Baye­ri­sche Staats­fors­ten (BaySF) zur aktu­el­len Lage des Unter­neh­mens, zu den Her­aus­for­de­run­gen und zur Ausrich­tung für die Zukunft (Forst­be­trieb 2030)

Pro­to­koll der Anhö­rung Staats­fors­ten mit Stel­lung­nah­men der Verbände 

Die Stel­lung­nah­men der Ver­bän­de im Einzelnen

 

 

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