Claudia Köhler kritisiert hohe Mehrausgaben für immer mehr Gratulationsschreiben des CSU-Ministerpräsidenten
Was sich im Nachtragshaushalt verschämt unter dem Posten „Mehrbedarf für die Erstellung und den Versand von Gratulationsschreiben des Herrn Ministerpräsidenten“ verbirgt, ist meiner Ansicht nach „ein ziemlicher Hammer!“. Aufgelistet werden unter anderem Mehrausgaben für Postdienstleistungen, Kommunikationsgeräte, Raummieten und den Erwerb eines Dienstfahrzeugs, die sich unterm Strich auf knapp fünf Millionen Euro summieren (siehe 191210_nachtragshaushalt_gratulationsschreiben). Noch vor wenigen Wochen hatte die CSU-Staatskanzlei den Mehrbedarf für zusätzliche Geburtstags-Gratulationsschreiben an alle 18-Jährigen im Freistaat gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ auf lediglich 100.000 Euro/Jahr beziffert.
CSU-Ministerpräsident Markus Söder schafft sich mit dem Geld der Steuerbürgerinnen und ‑bürger einen aufgeblasenen Kampagnenapparat. Und was wir im Nachtragshaushalt sehen, sind ja nur die Sachkosten — wie diese Zusatzarbeit personell abgebildet wird, wissen wir noch nicht. Neben abgesenkten Altersgrenzen für Gratulationen zu Geburtstagen und Ehejubiläen sowie neuerdings auch zur Volljährigkeit, hat Markus Söder nach Informationen der Landtags-Grünen auch alle Beschäftigten in bayerischen Behörden ins Visier genommen. Mit der Dezemberabrechnung gab’s für alle Beschäftigten Post von Söder ( 191210_Schreiben_mit_Dez_Gehalt). Da wird jeder nur denkbare Zugang zu den Bürgerinnen und Bürgern schamlos genutzt, um Werbung in eigener Sache zu machen.
Die Landtags-Grünen sprechen von einem „überbordenden Mitteilungsbedürfnis des Ministerpräsidenten“, das den Landeshaushalt ungebührlich hoch belaste. Ich sage: „Statt in einseitige politische Kommunikation auf Steuerbürgerkosten sollten wir dieses Geld besser in echte politische Bildung investieren — zum Beispiel in die Landeszentrale für politische Bildung oder die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau. Dort bröckeln die Krematorien vor sich hin und die Baracken können bei Schnee und Regen nicht betreten werden, sodass den Besucherinnen und Besuchern wichtige Eindrücke verwehrt bleiben.“
In meiner Rede zum Nachtragshaushalt 2019/2020 bin ich auf die Post von Söder ebenfalls kurz eingegangen.
Anfrage und Antwort zur Ehrung von Alters- und Ehejubilaren SA Ehrungen von Jubilaren Antwort
Medienecho:
Bayern: Söder will fünf Millionen Euro für Grußkarten — Bayern — SZ.de




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