„Kann doch nicht sein, dass es jahrzehntelang niemanden interessiert!“
Die Grünen im Bayerischen Landtag wollen das Umweltministerium und die Behörden endlich zum Handeln bringen, um die Eintragung von Plastik-Granulat in den Zillhamer und Ameranger See zu stoppen.
Die zuständige Betreuungsabgeordnete des Landkreises Rosenheim Claudia Köhler besuchte mit dem Landtagskandidaten Valentin Weigel das Moorgebiet in Amerang. Zusammen mit dem Fischereipächter Aki Becker überzeugten sich die beiden Politiker von der enormen Menge der Kunststoffteile entlang des Bachs am Ameranger See.
Schon seit 2007 ist das Problem der Verschmutzung in der Gemeinde Halfing bekannt. Da offensichtlich über die Kanalisation die kleinen Plastikteile angeschwemmt

Claudia Köhler MdL inspiziert die Plastikteilchen, die teils noch sehr frische Farbe zeigen
werden, scheint die Gemeinde auch zuständig. Strittig ist allerdings die Haftungsfrage, die der Grundeigentümer Ortholf von Crailsheim derzeit gerichtlich klären lässt.
Die Abgeordnete: „Es wundert mich, dass hier privat geklagt werden muss. So eine Umweltsünde, absichtlich oder nicht, muss doch von der öffentlichen Hand aufgeklärt
Die Korrespondenz im Lauf der Jahre mit dem Wasserwirtschaftsamt ist ernüchternd: Als Verursacherin werde eine nicht mehr ansässige Firma vermutet, der weitere Eintrag sei abgestellt. Das sehen die Grünen Politiker anders:
„Manche Teilchen haben so eine frische, kräftige Farbe, die liegen bestimmt noch nicht jahrelang im Wasser“, so Valentin Weigel. „Wichtig wäre als allererstes, sicherzustellen, dass kein weiteres Granulat mehr ins Gewässer geschwemmt wird. Gerade bei Starkregen und Hochwasser gelangt das ja sonst überall hin bis ins Wurzelreich und wird von Fischen gefressen.“ Über eine Analyse müsse doch festzustellen sein, woher das neue Granulat komme.
Laut dem Pächter gab es im Oktober 2022 einen Runden Tisch mit der Gemeinde Amerang, bei dem auch eine weitere Beprobung durch das eigene Bauamt vereinbart wurde. Das Ergebnis stehe allerdings noch immer aus.
„Es kann doch keine Lösung des Problems sein, aus Angst vor der Verantwortung keine Proben auswerten zu lassen“, so Köhler. „Ich werde mich als Abgeordnete an die Kommune, an die Behördenleitung des Wasserwirtschaftsamts und an das Umweltministerium wenden, damit endlich Klarheit geschaffen wird.“
Im Übrigen, so die Haushaltspolitikerin, sehe man daran, wie wichtig es sei, außer schönen Lippenbekenntnissen zum Umweltschutz auch zu handeln und die Naturschutzbehörden und Wasserämter gut auszustatten. „Sonst hinterlassen wir unseren Kindern eine Riesen-Sauerei“, so Köhler und Weigel.
Brief an Herrn Staatsminister Glauber
Medienecho:




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