Ges­tern noch abge­lehnt, heu­te der Sin­nes­wan­del: Der „Was­ser­cent“ wird nun doch angekündigt 

Druck der Oppo­si­ti­on hilft hof­fent­lich auch den Was­ser­sor­gen im Land­kreis München

Nament­li­che Abstim­mung im Baye­ri­schen Landtag

„Ges­tern noch abge­lehnt, heu­te selbst groß­spu­rig ver­kün­det.“ so Cau­dia Köh­ler, MdL. „Die Ego­spie­le von Söder ver­geu­den Zeit und Res­sour­cen und nüt­zen nicht der Sache und gefähr­den unser Was­ser. Das ist nicht die Art von Poli­tik, die Bay­ern braucht!“

“Söders Was­ser­cent ist erst­mal nur eine Ankün­di­gung. Was Ankün­di­gun­gen des Ver­spre­chen­bre­chers Söder wert sind, sieht man am gebro­che­nen Ver­spre­chen des 365-Euro-Tickets: kei­nen Cent!“so Mar­kus Büch­ler, MdL.

“Immer­hin hat es der “Was­ser­cent” jetzt im Herbst 2023 in den Koali­ti­ons­ver­trag von CSU/FW geschafft. Wir wer­den wei­ter Druck machen, damit er auch wirk­lich kommt”, so die bei­den Abgeordneten.

Die Land­tags-Grü­nen hat­ten bei den Haus­halts­be­ra­tun­gen Druck gemacht auf die Staats­re­gie­rung, um end­lich einen “Was­ser­cent” ein­zu­füh­ren. In vie­len baye­ri­schen Regio­nen sei der Trink­was­ser­pe­gel auf einen his­to­ri­schen Tief­stand gefallen.

MdL Köh­ler und Dr. Büch­ler: “Die Lage unse­res Grund­was­sers im Land­kreis Mün­chen ist dra­ma­tisch. Durch die Tro­cken­heit wird weni­ger Grund­was­ser neu gebil­det. Seen wie z.B. der Heim­stet­te­ner See oder der Was­ser­ski­park in Asch­heim zei­gen neue, besorg­nis­er­re­gen­de Tiefst­stän­de. Momen­tan und auf unbe­stimm­te Zeit ist der Was­ser­ski­park nicht befahr­bar. Wir müs­sen drin­gend sorg­sam mit Was­ser umge­hen, dazu müs­sen wir auf­hö­ren, im Bal­lungs­raum wei­ter Flä­chen unnö­ti­ger­wei­se zu ver­sie­geln. Die Frisch­luft­schnei­sen wie im Hachin­ger Tal müs­sen zwin­gend ver­schont blei­ben.
Die Kom­mu­nen kön­nen zusätz­lich auf die Neu­aus­wei­sung von Gewer­be­ge­bie­ten ver­zich­ten und unnö­tig ver­sie­gel­te Flä­chen ent­sie­geln. Im Sied­lungs­be­reich muss dafür gesorgt wer­den, dass mög­lichst viel Was­ser sau­ber ver­si­ckert. Was­ser ist unse­re Lebens­grund­la­ge, schüt­zen wir es nicht erst 2024, son­dern jetzt!”

Der Antrag wur­de mit den Stim­men von CSU und FW abgelehnt.

Das Was­ser­ent­nah­me­ent­gelt soll dazu die­nen, im Sin­ne einer öko­lo­gi­schen Len­kungs­wir­kung Anrei­ze zu einer scho­nen­den und effi­zi­en­ten Nut­zung der Was­ser­res­sour­cen zu schaf­fen. Ins­be­son­de­re die Indus­trie soll zum spar­sa­men Umgang ange­hal­ten wer­den. Die Ein­nah­men aus dem Was­ser­ent­nah­me­ent­gelt könn­ten unmit­tel­bar in den Schutz von Trink­was­ser fließen

Dr. Büch­ler, MdL: “Es wird zuneh­mend zum Pro­blem für unse­re Trink­was­ser­ver­sor­gung, dass vie­le Abge­ord­ne­te den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt haben, wie man der nament­li­chen Abstim­mung ent­neh­men kann. Kers­tin Schrey­er (CSU) hat bei­de Anträ­ge abge­lehnt, obwohl die Grund­was­ser­stän­de im Land­kreis dra­ma­tisch sind. Der Bund hat soeben eine natio­na­le Was­ser­stra­te­gie vor­ge­legt. Die Staats­re­gie­rung in Bay­ern hin­ge­gen wuss­te auf unse­re Anfra­ge hin noch nicht ein­mal, wie viel Grund­was­ser in Bay­ern jähr­lich über­haupt ent­nom­men wird. Das darf so nicht wei­ter­ge­hen. Wir wer­den wei­ter­hin einen bal­di­gen Was­ser­cent fordern!”

Da die Tro­cken­heit im Juni 23 mas­siv zuge­nom­men hat, hat Söder nun zu einem Run­den Tisch gela­den. Dort sol­len alle The­men und die bestehen­den Maß­nah­men zur Was­ser­si­cher­heit bespro­chen wer­den. Für das Ple­num am im Land­tag am 22.6. haben die Grü­nen einen Dring­lich­keits­an­trag zum Wirk­sa­men Was­ser­schutz für Bay­ern ein­ge­bracht, dann wird sich zei­gen ob den Wor­ten auch Taten folgen.

 

Anla­ge: Nament­li­che Abstim­mun­gen im Ein­zel­plan Umwelt und zum Haushaltsgesetz

Antrag 12–09 Ein­füh­rung eines Baye­ri­schen Wasserentnahmeentgelts

.Nament­li­che Abstim­mung am 29.03.2023 zum TOP Ände­rungs­an­trag 18_27195_Wasserentnahmeentgelt

Antrag Haus­halts­ge­setz Wasserentnahmeentgeltgesetz

Nament­li­che Abstim­mung am 30.03.2023 zum TOP Ände­rungs­an­trag 18_27663 Wassercent

 

Medi­en­echo:

Grund­was­ser­pe­gel so nied­rig wie nie — MM

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