München: GRÜNE-Abgeordnete im Kino "Cincinatti" Peter Heilrath (Grüne Giesing), MdL Sanne Kurz, MdL Hep Monatzeder, MdL Claudia Köhler, Kinobetreiber Thomas Wilhelm, Christiane Metz (Grüne Ramersdorf)

Grü­ne Land­tags­ab­ge­ord­ne­te for­dern: Vor­bild­li­che Kinos nicht abstrafen!

Klei­ne­re Kinos mit kul­tu­rell wert­vol­lem Pro­gramm bekom­men Film­thea­ter-Prä­mi­en von Coro­na-Hil­fen abgezogen 

Viel zu lan­ge sind die Vor­hän­ge unse­rer baye­ri­schen Kinos geschlos­sen geblie­ben. Jetzt end­lich lief bun­des­weit der Betrieb in zahl­rei­chen Film­thea­tern wie­der an. Dass auch Kinos im und nahe des Land­krei­ses wie das Capi­tol in Unter­schleiß­heim und das bei Unterhachinger*innen belieb­te Cin­cin­na­ti-Kino im Fasang­ar­ten end­lich wie­der ihre Pro­jek­to­ren anwer­fen kön­nen, freut die Grü­nen Abge­ord­ne­ten Clau­dia Köh­ler und Dr. Mar­kus Büch­ler:

„Der Neu­start der Kinos ist mehr als über­fäl­lig. Wir Land­tags-Grü­ne for­dern bereits seit Okto­ber Pilot­pro­jek­te zum siche­ren und wirt­schaft­lich Betrieb von Kinos sowie sinn­vol­le Besu­cher­re­ge­lun­gen je nach Raum­grö­ße und Platz­an­zahl. Die Men­schen seh­nen sich nach lan­gen Mona­ten mit TV und Net­flix nach span­nen­den oder humor­vol­len Film­erleb­nis­sen in der beson­de­ren Atmo­sphä­re eines Kino­saals, gemein­sam im Freun­des­kreis oder der Familie.“

Dass die Film­thea­ter-Pro­gramm-Prä­mi­en für her­aus­ra­gen­de Pro­gramm­ar­beit seit 2019 kon­ti­nu­ier­lich erhöht wur­den, begrü­ßen die bei­den als wich­ti­ges Signal der Wert­schät­zung. Auch die Kul­tur­mi­nis­te­rin im Bund lob­te 2019 ein Son­der­pro­gramm anläss­lich “50 Jah­re Pro­gramm­prä­mi­en” aus. 

Die LfA, die die För­de­rung staat­li­cher Coro­na-Hilfs­pro­gram­me für 2020 abwi­ckelt, rech­ne­te die­se Film­thea­ter-Pro­gramm-Prä­mi­en für das Jahr 2019 nun jedoch auf die Coro­na-Hil­fen für 2020 an. Dass somit von den bes­ten und flei­ßigs­ten Film­thea­tern in Bay­ern über die Hin­ter­tür staat­li­che Mit­tel rück­wir­kend wie­der ein­ge­sam­melt wer­den, sei ein Unding, so Köh­ler und Dr. Büchler. 

Das Capi­tol-Kino in Unter­schleiß­heim erhielt für das Pro­gramm 2019 Prä­mi­en, die auf Hil­fen 2020 anzu­rech­nen wären. 

„Nach all dem büro­kra­ti­schen Wirr­warr und der lan­gen Zeit der Schlie­ßung im letz­ten Jahr trifft uns das wirk­lich hart. Wir dür­fen momen­tan 25 Leu­te pro Vor­stel­lung ins Kino las­sen, wie sol­len wir da auf unse­re Kos­ten kom­men?“, so der Betrei­ber des Capi­tol Kino Unter­schleiß­heim Ste­fan Stefanov.

Kino­be­trei­ber Tho­mas Wil­helm vom Cin­cin­na­ti-Kino berich­tet ähn­li­ches von sei­nen Film­thea­tern Neu­es Rex und Neu­es Rott­mann: “Einer­seits wer­den Kino­pro­gramm­prä­mi­en für qua­li­ta­ti­ves Pro­gram­me vom FFF Bay­ern (Film­Fern­seh­Fonds) ver­lie­hen und groß gefei­ert. Auf der ande­ren Sei­te wird genau die­ses Prä­mie als öffent­li­che Hilfs­leis­tung im Rah­men der Pan­de­mie von der LfA wie­der zurück­ge­for­dert. Ist es nicht unge­recht, weil wir damit wie­der gleich­ge­stellt wer­den mit denen, die eben kein so gutes Pro­gramm gemacht haben?”


Im Rah­men der wöchent­li­chen Regie­rungs­be­fra­gung brach­te die kul­tur­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Land­tags-Grü­nen San­ne Kurz die Sache auf den Tisch. 

Die Grü­nen Abge­ord­ne­ten for­dern nun, die Anrech­nung und den Abzug rück­gän­gig zu machen: „Was soll das für ein Signal sein? Auf roten Tep­pi­chen eine gute Figur machen und Geld in die rech­te Tasche ste­cken, um es dann hin­ter den Kulis­sen wie­der aus der lin­ken Tasche her­aus­zu­zie­hen, ist sicher nicht die fei­ne eng­li­sche Art. Der Abzug muss rück­gän­gig gemacht wer­den,“ so Köh­ler und Dr. Büch­ler. „Eine Aus­zeich­nung ist eine Aus­zeich­nung – und kei­ne Leih­ga­be, die man hin­ten­rum wie­der zurück­ge­ben muss.“

Medi­en­echo:

ALLGÄUER GRÜNEN POLITIKER GEHRING FORDERT MEHR FREIHEITEN FÜR KINOS — Tren­dy One

Für eine Hand­voll Euro — SZ 

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