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Druck der Grü­nen erfolg­reich: „Click & Collect“ gilt nun auch für die öffent­li­chen Bibliotheken

Wie kann es sein, dass Shop­ping Malls, Möbel­märk­te, Bau­märk­te und Buch­hand­lun­gen wäh­rend des Lock­downs mit dem Sys­tem „Click and Collect“ zur Abho­lung von online oder tele­fo­nisch erwor­be­nen Waren geöff­net sind, dies den öffent­li­chen Biblio­the­ken aber ver­wehrt bleibt? Die­sen Miss­stand haben die Grü­nen auf­ge­grif­fen und im Baye­ri­schen Land­tag und auch im Münch­ner Stadt­rat sowie in ande­ren Kom­mu­nen kri­ti­siert und die Frei­ga­be von “Click and Collect” für öffent­li­che Biblio­the­ken und Büche­rei­en gefor­dert. Dem ist die Staats­re­gie­rung nun nach­ge­kom­men, die Land­kreis­ab­ge­ord­ne­ten der Grü­nen im Baye­ri­schen Land­tag zei­gen sich erleichtert:

Clau­dia Köh­ler, MdL: “Die Ver­wei­ge­rung von ‘Click & Collect’ traf die­je­ni­gen am här­tes­ten, die die Biblio­the­ken in Pan­de­mie-Zei­ten am nötigs­ten brau­chen: Schüler*innen, Stu­die­ren­de, kin­der­rei­che Fami­li­en, sozi­al Benach­tei­lig­te mit und Senior*innen. Ich bin sehr erleich­tert, dass die Staats­re­gie­rung nun end­lich ein­ge­lenkt hat. Dies hät­te schon viel frü­her pas­sie­ren kön­nen, ins­be­son­de­re über die Weih­nachts­zeit hin­weg. Ich habe es als zynisch emp­fun­den, dass die Nutzer*innen öffent­li­cher Büche­rei­en auf­ge­for­dert wur­den, ihre Lek­tü­re alter­na­tiv im Buch­han­del zu kau­fen. Denn dazu fehlt vie­len – ins­be­son­de­re in den Zei­ten der Kri­se – das Geld. Und vie­le von ihnen – gera­de Senior*innen – haben auch nicht die tech­ni­schen Mit­tel, um auf die erwei­ter­ten digi­ta­len Ange­bo­te der Büche­rei­en zugrei­fen zu können.“

Dr. Mar­kus Büch­ler, MdL ergänzt: „Mich ärgert, dass die öffent­li­chen Büche­rei­en in ande­ren Bun­des­län­dern – bei­spiels­wei­se Ber­lin oder Baden-Würt­tem­berg – Click&Collect ermög­licht haben, wäh­rend aus­ge­rech­net die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung, die sich doch sonst ger­ne um ein bil­dungs­be­flis­se­ne­nes Image des Frei­staats Bay­ern bemüht, die­se wich­ti­gen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen zuge­sperrt hat. Auch vie­le Stu­die­ren­de sind auf die Bestän­de der Biblio­the­ken ange­wie­sen und brau­chen für ihre Stu­di­en, aber auch für Abschluss­ar­bei­ten und Pro­mo­tio­nen die Fach­li­te­ra­tur aus den Biblio­the­ken. Ich hof­fe, dass das Ein­len­ken der Staats­re­gie­rung nun Bestand hat, bis die Biblio­the­ken und Büche­rei­en wie­der in den Nor­mal­be­trieb gehen können.“

Hin­ter­grund: Im Minis­ter­rats­be­schluss von heu­te heißt es, wie von den Grü­nen gefordert:

„Bei Biblio­the­ken und Archi­ven wird die Abho­lung vor­be­stell­ter Bestän­de unter glei­chen Vor­aus­set­zun­gen ermög­licht, unter denen im Han­del die Abho­lung vor­be­stell­ter Ware bereits heu­te mög­lich ist (insb. FFP2-Mas­ken­pflicht für Abho­ler, Min­dest­ab­stand, Hygie­nekon­zept, kei­ne Ansamm­lun­gen von Wartenden)“

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