Unterhaching, Rathaus: Grüne-Pressekonferenz zum Thema Frischtluftschneise v.l.: Claudia Köhler, Christoph Nadler, Christian Hirneis, Tania Campbell, Oliver Grothe, Armin Konetschny, Kilian Körner, Katrin Habenschaden, Christian Smolka, Paul heger, Joachim Lorenz, Markus Büchler Foto: Claus Schunk

Frisch­luft­schnei­se schüt­zen — Gemein­sam für Lebens­qua­li­tät im Hachin­ger Tal

Gemein­sa­me Pres­se­kon­fe­renz der Grü­nen Land­kreis und Lan­des­haupt­stadt München

Chris­toph Nad­ler, Land­rats­kan­di­dat Land­kreis München

Kili­an Kör­ner, Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat Neubiberg

Armin Konet­sch­ny, Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat Unterhaching

David Gro­the, Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat Taufkirchen

Tania Camp­bell, Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­tin Ottobrunn

Kat­rin Haben­scha­den, OB-Kan­di­da­tin LH München

Chris­ti­an Smol­ka, Stadt­rats­kan­di­dat LH Mün­chen, Frak­ti­ons­spre­cher Bezirks­aus­schuss 16 Ramersdorf-Perlach

Joa­chim Lorenz, Frak­ti­ons­spre­cher im Bezirks­aus­schuss Ober­gie­sing-Fasang­ar­ten und ehem. Umwelt- und Gesund­heits­re­fe­rent der LH München

Dr. Mar­kus Büch­ler, MdL

Chris­tan Hiern­eis, MdL

Clau­dia Köh­ler, MdL

Grü­ne in Land­kreis und Stadt Mün­chen for­dern Schutz für die Frischluftschneise 

Die wich­ti­ge Frisch­luft­schnei­se süd­öst­lich von Mün­chen ist in Gefahr: Die Lan­des­haupt­stadt und die Gemein­de Neu­bi­berg wol­len den regio­na­len Grün­zug im Hachin­ger Tal mit Gewer­be- und Wohn­bau zupflas­tern. Als Fol­ge davon wäre die küh­len­de Frisch­luft­zu­fuhr aus dem Alpen­vor­land künf­tig erheb­lich beein­träch­tigt. Die Pla­nun­gen für das Bau­pro­jekt haben längst begon­nen, aber die Öffent­lich­keit wur­de bis­her so gut wie gar nicht dar­über infor­miert. Die Grü­nen im Land­kreis und der Lan­des­haupt­stadt Mün­chen for­dern Auf­klä­rung und ein Ende der Geheim­nis­tue­rei. Sämt­li­che Gut­ach­ten, Vor­ver­trä­ge und Anfra­gen müs­sen offen­ge­legt wer­den. Erst dann ist eine inter­kom­mu­nal abge­stimm­te Pla­nung mög­lich, um Öko­lo­gie und Öko­no­mie in Ein­klang zu brin­gen. Ein­zel­in­ter­es­sen dür­fen nicht vor dem Gemein­wohl der Men­schen in der Regi­on stehen!

Es geht u.a. um das Kapel­len­feld, ins­ge­samt um eine Frei­flä­che von etwa 27 Hektar.

Soviel ist bis­her bekannt: LHST Mün­chen und Gemein­de Neu­bi­berg haben eine mög­li­che Bebau­ung für das Kapel­len­feld (Gemein­de Neu­bi­berg an der Gren­ze Unter­ha­chings) auf den Weg gebracht. Ein Pla­nungs­bü­ro wur­de bereits mit dem Ent­wurf der Ände­rung des Flä­chen­nut­zungs­plans und der Erstel­lung eines Bebau­ungs­plans die­ser wich­ti­gen Frisch­luft­schnei­se beauf­tragt. Laut Pres­se wur­den bereits Geheim­ver­trä­ge mit den Grund­stücks­eig­nern geschlossen. 

Der Erhalt der Lebens­qua­li­tät in unse­rem schö­nen Hachin­ger Tal kann nur gelin­gen, wenn alle betrof­fe­nen Gemein­den zusammenarbeiten.

Daher for­mu­lie­ren die Grü­nen im Land­kreis und der Haupt­stadt Mün­chen fol­gen­de Ziele:

  1. eine gemein­sa­me, nach­hal­ti­ge Abstim­mung des Lebens‑, Wohn‑, Frei­zeit- und Wirt­schafts­raums aller betei­lig­ten Gemein­den (Mün­chen und Land­kreis) zum Ziel der Nach­hal­tig­keit, ins­be­son­de­re zum Erhalt der Frisch­luft­schnei­se und des Regio­na­len Grün­zugs Hachin­ger Tal 
  2. die Ver­öf­fent­li­chung des Gut­ach­tens des Deut­schen Wet­ter­diens­tes (beauf­tragt 2013) zur Frisch­luft­zu­fuhr über den Regio­na­len Grünzug
  3. die Ver­öf­fent­li­chung des vom Stadt­rat Mün­chen Ende 2019 beschlos­se­nen mikro­kli­ma­ti­schen Gut­ach­tens über die unein­ge­schränk­te Wirk­sam­keit der Frischluftzufuhr
  4. ein Mora­to­ri­um über die wei­te­re Aus­wei­sung von Bau­flä­chen (Woh­nen und Gewer­be), bis bei­de Gut­ach­ten zum Regio­na­len Grün­zug Hachin­ger Tal öffent­lich vorliegen
  5. einen Nach­weis der Reten­ti­ons­flä­chen für den Hoch­was­ser­schutz des Hachin­ger Bachs in allen Anlie­ger­ge­mein­den und Ver­öf­fent­li­chung ent­spre­chen­der Gutachten
  6. die Gewähr­leis­tung des natür­li­chen Ver­laufs und der ober­ir­di­schen Füh­rung des Hachin­ger Bachs von Tauf­kir­chen bis zum Hüllgraben
  7. die U 5‑Verlängerung in einer lang­fris­ti­gen, öko­lo­gisch ver­träg­li­chen Planung
  8. im Land­kreis ein aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis zwi­schen Woh­nen und Gewer­be zu ermög­li­chen, recht­zei­tig vor­ab Infra­struk­tur zur nach­hal­ti­gen Mobi­li­tät (ÖPNV, Rad­we­ge – kein Auto­bahn-Süd­ring durch den Per­la­cher Forst!) und zur sozia­len Ver­sor­gung (Wohn­raum, Kin­der­be­treu­ung) zu schaf­fen, um die Bevöl­ke­rung nicht zusätz­lich zu belasten
  9. Schutz des bestehen­den Gewer­bes, v.a. der mit­tel­stän­di­schen Betriebe
  10. eine umfas­sen­de Bürger*innenbeteiligung und Infor­ma­ti­on über sämt­li­che Planungen

Es besteht drin­gen­der Anlass zu die­sen Maßnahmen:

  • Die Frisch­luft­zu­fuhr für Mün­chen und das Umland ist gefähr­det. Aus­gleichs­strö­mun­gen kön­nen bis zu 8 Grad Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied ermög­li­chen (s. auch Kli­ma­funk­ti­ons­kar­te muenchen.de)
  • Es wur­de kein Hoch­was­ser­schutz für den Hachin­ger Bach mit Reten­ti­ons­flä­chen nachgewiesen.
  • Es han­delt sich um enor­men Flä­chen­fraß im regio­na­len Grün­zug, u.a. land­wirt­schaft­lich genutz­ter Flächen.
  • Zu den der­zei­ti­gen Pla­nun­gen gibt es trotz des „Abstim­mungs­ge­bots“ bis­her kei­ne umfas­sen­de Abstim­mung mit den Nach­bar­ge­mein­den und damit kei­ne wirk­lich inter­kom­mu­na­le Planung.

Ein­zel­in­ter­es­sen dür­fen nicht vor dem Gemein­wohl der Men­schen in der Regi­on ste­hen! Trotz Pla­nungs­ho­heit der Gemein­den gilt das Abstim­mungs­ge­bot. Die Bürgermeisterkandidat*innen der Grü­nen wer­den im Sin­ne des Abstim­mungs­ge­bots zusammenarbeiten.

  • Nach­bar­ge­mein­den haben die Nach­fol­ge­las­ten (Infra­struk­tur Kin­der­be­treu­ung, Schu­len, Wohn­raum, Ver­kehrs­we­ge) zu tra­gen. Die S 3 ist bereits jetzt völ­lig über­las­tet, wei­te­re Flä­chen wer­den für Park­raum (der­zeit Infi­ne­on) notwendig.
  • Die Schaf­fung zusätz­li­cher Arbeits­plät­ze für aus­wär­ti­ge Arbeit­neh­mer wird einen wei­te­ren Zuzug in den Bal­lungs­raum Mün­chen bewir­ken; damit nimmt der Druck auf den Woh­nungs­markt wei­ter zu und die Mie­ten wer­den noch teurer.
  • Gewer­be­steu­er­ei­nah­men der jetzt schon ansäs­si­gen, inter­na­tio­na­len Groß­un­ter­neh­men sind sehr volatil.
  • Wei­te­re Dis­coun­ter am Orts­rand wür­den bestehen­de Betrie­be und somit die inner­ört­li­che Ver­sor­gung gefährden.
  • Die Bürger*innen und Gemein­de­rä­te der umlie­gen­den Gemein­den wur­den bis­her kaum informiert.

Pres­se­echo dazu:

Grü­ne schla­gen Alarm, Münch­nes Frisch­luft­schnei­se soll bebaut wer­den — AZ

Kappt Neu­bi­berg Mün­chen die Frisch­luft­zu­fuhr? Grü­ne alar­miert — MM

Pla­nungs­stopp in der Frisch­luft­schnei­se — SZ

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