Foto: Kerstin Merkel, Schuttertal

Moor­schutz ist Kli­ma­schutz — Grü­ne Abge­ord­ne­te for­dern Ein­hal­tung des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes im Schutter­moor Nassenfels

Zum geplan­ten Bür­ger­ent­scheid zum Sport­platz­bau in Nas­sen­fels am kom­men­den Sonn­tag äußern sich die Abge­ord­ne­ten der Grü­nen im Baye­ri­schen Land­tag ein­deu­tig pro Natur. Rosi Stein­ber­ger, Vor­sit­zen­de des Umwelt­aus­schus­ses: „Auf dem geplan­ten Gelän­de befin­det sich ein kar­tier­tes Bio­top, das nach Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz (§ 30 BNatSchG) geschützt ist. Die­ses Bio­top darf auf kei­nen Fall zer­stört wer­den. In mei­nen Augen wäre die­se Hand­lung ille­gal und es ist mit Kla­gen von Natur­schutz­ver­bän­den zu rechnen.“

Clau­dia Köh­ler, Betreu­ungs­ab­ge­ord­ne­te für den Land­kreis Eich­stätt äußert sich ent­setzt nach einem Bericht im Baye­ri­schen Fern­se­hen: „Es kann doch nicht sein, dass der Bür­ger­meis­ter die Bevöl­ke­rung ein­zu­schüch­tern ver­sucht und Bau­her­ren droht, künf­tig restrik­tiv mit Bau­recht umzu­ge­hen. Ich gehe davon aus, dass, wie in der Demo­kra­tie üblich, der Gemein­de­rat auch zukünf­tig jeden Ein­zel­fall sorg­fäl­tig abwä­gen und ent­schei­den wird.“ 

Hier der Link zum Bericht: BR-Bericht

Im Land­tag sind bereits Peti­tio­nen zum Schutz des Moor­ge­biets ein­ge­gan­gen, die die Grü­ne Abge­ord­ne­te Anne Fran­ke im Aus­schuss ver­tre­ten wird. „Die­ses Pro­jekt erscheint uns wie aus der Zeit gefal­len“, sind sich die drei Abge­ord­ne­ten einig. „Wir erin­nern dar­an, dass die Gemein­den eine Ver­ant­wor­tung für den Kli­ma­schutz haben. Der Schutz der Moo­re ist der größ­te Garant für Kli­ma, Arten- und Was­ser­schutz, den sogar die Staats­re­gie­rung als wich­ti­ges Ziel fixiert hat. Es kann also nicht sein, dass ein Pro­jekt, für das es nach­weis­lich Alter­na­tiv­stand­or­te gibt, rück­sichts­los durch­ge­peitscht wird.“

Mei­ner Mei­nung nach erkennt man auch hier wie­der, welch zahn­lo­ser Tiger die baye­ri­schen Geset­ze und Lip­pen­be­kennt­nis­se zum Natur­schutz sind. Die Bür­ger­initia­ti­ve “Ret­tet das Schutter­tal” berich­tet von meh­re­ren Alter­na­tiv­stand­or­ten, die nicht ernst­haft genug wei­ter­ver­folgt und geprüft wor­den wären. Die Gemein­de hat die Ver­pflich­tung zum Schutz der Natur hin­wei­sen, die sich aus §1 Bay Nat SchG ergibt

Art. 1

All­ge­mei­ne Ver­pflich­tung zum Schutz der Natur
(abwei­chend von § 2 Abs. 4 Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz – BNatSchG)

1Natur­schutz ist ver­pflich­ten­de Auf­ga­be für Staat und Gesell­schaft sowie für jeden ein­zel­nen Bür­ger und für jede ein­zel­ne Bür­ge­rin. 2Staat, Gemein­den, Land­krei­se, Bezir­ke und sons­ti­ge juris­ti­sche Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts sind ver­pflich­tet, ihre Grund­stü­cke im Sinn der Zie­le und Grund­sät­ze des Natur­schut­zes und der Land­schafts­pfle­ge zu bewirt­schaf­ten. 3Die jewei­li­ge Zweck­be­stim­mung eines Grund­stücks bleibt unbe­rührt. 4Öko­lo­gisch beson­ders wert­vol­le Grund­stü­cke im Eigen­tum von Staat, Gemein­den, Land­krei­sen, Bezir­ken und sons­ti­gen juris­ti­schen Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts die­nen vor­ran­gig den Zie­len des Natur­schut­zes und der Land­schafts­pfle­ge. 5Bei Über­las­sung von öko­lo­gisch beson­ders wert­vol­len Grund­stü­cken an Drit­te ist die Beach­tung der Ver­pflich­tung nach Satz 4 sicherzustellen.

 

 

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