Pau­ken­schlag in Süd­ti­rol — Prozessbeobachtung

Frei­spruch für Pes­ti­zid­kri­ti­ker Alex­an­der Schiebel

Zusam­men mit Hans-Peter Staff­ler MdL Süd­ti­rol, MdB Mar­ga­re­te Bau­se, MdEP Sarah Wie­ner und MdL Rosi Stein­ber­ger war ich erneut als Pro­zess­be­ob­ach­te­rin am Frei­tag, 28.5.2021 in Bozen dabei, als der Pro­zess gegen die Pes­ti­zit­kri­ti­ker Karl Bär und Alex­an­der Schie­bel fort­ge­setzt wur­de. Wir freu­ten uns sehr dar­über, dass der öster­rei­chi­sche Buch­au­tor Alex­an­der Schie­bel nach weni­gen Minu­ten frei­ge­spro­chen wur­de. Der Rich­ter begrün­de­te sein Urteil damit, dass der Tat­be­stand der üblen Nach­re­de nicht vor­lie­ge. Schie­bel hat­te in sei­nem Buch “Das Wun­der von Mals” und in sei­nem gleich­na­mi­gen Film den hohen Pes­ti­zid­ein­satz in den Apfel­plan­ta­gen der belieb­ten Urlaubs­re­gi­on Süd­ti­rol scharf kri­ti­siert. Ein ers­ter gro­ßer Erfolg für die Meinungsfreiheit.

Der Frei­spruch für Alex­an­der Schie­bel ist ein Frei­spruch für alle, die seit Jah­ren den hohen Pes­ti­zid­ein­satz in Süd­ti­rol kri­ti­sie­ren. Kein Pes­ti­zid­kri­ti­ker und kei­ne Pes­ti­zid­kri­ti­ke­rin soll­te jetzt noch befürch­ten, in Süd­ti­rol vor Gericht gezo­gen zu wer­den. Dies ist ein gro­ßer Sieg für die Mei­nungs­frei­heit und gleich­zei­tig ein Denk­zet­tel für Lan­des­rat Arnold Schuler, der die­se absur­den Pro­zes­se erst in die Wege gelei­tet hat­te. Nun muss auch end­lich der Pro­zess gegen mich been­det werden.

Karl Bär, Agrar­re­fe­rent beim Umwelt­in­sti­tut München

Pro­zess gegen Karl Bär geht aller­dings weiter

Der Straf­pro­zess wegen übler Nach­re­de gegen den Agrar­wis­sen­schaft­ler Karl Bär vom Umwelt­in­sti­tut Mün­chen, der weni­ge Minu­ten zuvor im Saal neben­an ver­han­delt wur­de, geht hin­ge­gen wei­ter. Der Süd­ti­ro­ler Lan­des­rat für Land­wirt­schaft, Arnold Schuler, hat­te seit Sep­tem­ber 2020 wie­der­holt öffent­lich ver­spro­chen, sei­ne und alle ande­ren Anzei­gen gegen Bär zurück­zu­zie­hen und damit den Pro­zess zu been­den. Doch auch am heu­ti­gen drit­ten Pro­zess­tag in Bozen blie­ben wei­ter­hin alle 1376 Anzei­gen gegen Bär bestehen. Allein die Neben­klä­ger­schaft von Lan­des­rat Schuler und zwei Obleu­ten von Süd­ti­ro­ler Obst­ge­nos­sen­schaf­ten wur­den zurückgezogen.

Wei­te­re Infor­ma­ti­on fin­den Sie in der Pres­se­mit­tei­lung des Umwelt­in­sti­tuts Mün­chen. Im Okto­ber geht es mit der Ver­hand­lung weiter.

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