Mei­ne Ein­wen­dung zum Aus­bau der A 8

Betei­li­gungs­mög­lich­keit der Bürger*innen in den Som­mer­fe­ri­en eine demo­kra­ti­sche Zumutung

Zusam­men mit dem ver­kehrs­po­li­ti­schen Spre­cher Dr. Mar­kus Büch­ler habe ich an die Regie­rung von Ober­bay­ern im Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren Aus­bau A8 Rosen­heim-Ber­nau­er Berg mei­ne Ein­wen­dun­gen gesen­det. Sie fin­den auch, dass wir lie­ber in einen Aus­bau der öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel inves­tie­ren soll­ten, um den Ver­kehr von der Stra­ße zu ver­la­gern? Dann sen­den Sie eben­falls Ihre Ein­wen­dun­gen noch bis zum 3.9. an die Regie­rung von Ober­bay­ern. Ger­ne kön­nen Sie unse­re Argu­men­te übernehmen.

Der geplan­te Lärm­schutz ist eine Mogel­pa­ckung für die Men­schen der Regi­on. Es wer­den fik­ti­ve Ver­kehrs­mo­del­le bei einer Geschwin­dig­keit von nur 130 km/h zugrun­de gelegt. Das hat schon bei der A94 nicht funk­tio­niert. Anwohner*innen kön­nen eine deut­lich stär­ke­re Lärm­be­läs­ti­gung erfah­ren als bis­her, da auf­grund der höhe­ren Geschwin­dig­kei­ten und des zusätz­lich ange­zo­ge­nen Ver­kehrs viel inten­si­ve­rer Lärm oben aus den Lärm­schutz­bau­wer­ken ent­wei­chen kann. Ein Tem­po­li­mit ist nicht vorgesehen.

Dr. Mar­kus Büch­ler, ver­kehrs­po­li­ti­scher Spre­cher der Grü­nen im Baye­ri­schen Landtag

In die Ver­kehrs­pro­gno­sen flie­ßen ande­re Pro­jek­te nicht ein — weder die ent­las­ten­den Aus­wir­kun­gen der neu­en A94, noch die des geplan­ten Aus­baus der Bahn­li­ne Mün­chen-Mühl­dorf-Frei­las­sing (ABS38),  noch der geplan­te Aus­bau der A3 Regens­burg bis zur Lan­des­gren­ze. Aller­dings zeigt die Pla­nung eine Stei­ge­rung des Ver­kehrs­auf­kom­mens allein wegen des Aus­baus auf mehr Fahr­spu­ren selbst. Das ist klar. Mehr Stra­ßen erzeu­gen immer mehr Ver­kehr. Auch das schlech­te Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis spricht ein­deu­tig gegen den Ausbau.

Wir wol­len, dass die Men­schen auch in den nächs­ten Feri­en ihren Urlaub mög­lichst in der Regi­on pla­nen. Durch den Bau­stel­len­ver­kehr und Umge­hungs­ver­kehr wer­den jedoch Luft­kur­or­te wie Aschau und wei­te­re attrak­ti­ve Urlaubs­or­te wie Fras­dorf, Ber­nau und Siegs­dorf mas­siv belas­tet. Wert­vol­le Natur­schutz­ge­bie­te, Was­ser­schutz­ge­bie­te und Quell­ge­bie­te sind in Gefahr. Lang­jäh­ri­ge Bau­pha­sen wer­den gra­vie­ren­de Beein­träch­ti­gun­gen für Pendler*innen, klein- und mit­tel­stän­di­sche Betrie­be ver­ur­sa­chen. Der Aus­bau des Bren­ner Nord­zu­laufs im Inn­tal und Rosen­heim kommt da noch dazu.

Clau­dia Köh­ler, Betreu­ungs­ab­ge­ord­ne­te für den Land­kreis Rosenheim

Gesund­heits­po­li­tik, Ver­kehrs­po­li­tik und Wirt­schafts­po­li­tik müss­ten end­lich zukunfts­ge­recht mit­ein­an­der gedacht werden.

Und ein Aspekt stinkt neben den Abga­sen stinkt uns ganz beson­ders: Den Ein­wen­dungs­zeit­raum auf den August wäh­rend der baye­ri­schen Som­mer­fe­ri­en zu ver­le­gen und somit ech­te Betei­li­gung zu umge­hen, ist eine demo­kra­ti­sche Zumu­tung und gefähr­det das Ver­trau­en in seriö­se Politik.

Wir hof­fen, dass unse­re Ein­wen­dun­gen Gehör bei der Regie­rung fin­den zum Woh­le des Kli­mas, der Anwoh­ner, der Lebens­qua­li­tät und des Flä­chen­ver­brau­ches. An der öffent­li­chen Anhö­rung der Ein­wen­dun­gen wol­len wir teilnehmen.

Ein­wen­dung durch die Grü­nen-Abge­ord­ne­ten zum Aus­bau der A8 ‑Rosen­heim 24

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