Anfra­ge zum Ple­num: War­te­zei­ten in der Kin­der- und Jugendpsychiatrie

Depres­sio­nen und ande­re psy­chi­sche Erkran­kun­gen — das wich­ti­ge The­ma sorgt bei den Betrof­fe­nen und Eltern für gro­ße Ver­zweif­lung. Zeit­nah eine Unter­su­chung bzw. eine The­ra­pie zu erhal­ten, ist oft schwierig.

Die enga­gier­ten Fil­me­ma­cher aus Unter­ha­ching von Movie Jam Stu­di­os arbei­ten gera­de an einem Film “Grau ist kei­ne Far­be” über Depres­sio­nen bei Jugend­li­chen (Pre­mie­re 6. April in Mün­chen). Sie stell­ten fest, dass in Mün­chen depres­si­ve Jugend­li­che bis zu fünf Mona­te auf einen The­ra­pie­platz war­ten müs­sen, in Tei­len Bay­erns fin­det die Hälf­te der Jugend­li­chen gar kei­nen Platz. Sie hat­ten mehr­mals ver­sucht mit dem zustän­di­gen Staats­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit und Pfle­ge Kon­takt auf­zu­neh­men, erhiel­ten aber kei­ne Ant­wort. Des­halb habe ich fol­gen­de Anfra­ge zum Ple­num gestellt:

Wie lan­ge ist die durch­schnitt­li­che War­te­zeit bis ein Kind/Jugendlicher eine psych­ia­tri­sche Erst-Unter­su­chung bzw. eine The­ra­pie im ambulanten/stationären Bereich — auf­ge­lis­tet nach den sie­ben Regie­rungs­be­zir­ken – erhält, in wel­cher Ver­sor­gungs­struk­tur wird die­se geleis­tet (durch Kli­ni­ken, PIAs, nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te, Psy­cho­the­ra­peu­ten o.ä.) und wie vie­le ambulante/teilstationäre/stationäre Behand­lungs­plät­ze in der Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie sind dafür jeweils vor­han­den.

Ich habe fol­gen­de Ant­wort bekommen:

  • Der Staats­re­gie­rung lie­gen kei­ne belast­ba­ren bzw. ver­all­ge­mei­ner­ba­ren Erkennt­nis­se über aktu­el­le durch­schnitt­li­che War­te­zei­ten für eine psych­ia­tri­sche Erst-Unter­su­chung bzw. The­ra­pie von Kin­dern und Jugend­li­chen im ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Bereich in den baye­ri­schen Regie­rungs­be­zir­ken vor. Eine sta­tis­ti­sche Erfas­sung etwai­ger War­te­zei­ten erfolgt nicht.
  • Die ambu­lan­te medi­zi­ni­sche Erst-Unter­su­chung erfolgt vor­ran­gig durch nie­der­ge­las­se­ne Vertragsärzte.
  • Im Ergeb­nis gilt es zu kon­sta­tie­ren, dass die kin­der- und jugend­psych­ia­tri­sche Ver­sor­gungs­la­ge in Bay­ern durch merk­li­che Ver­tei­lungs­un­gleich­ge­wich­te gekenn­zeich­net ist. Dane­ben wird die Ver­sor­gung durch die nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te zudem durch ambu­lan­te Ein­rich­tun­gen wie etwa Psych­ia­tri­sche Insti­tutsam­bu­lan­zen ergänzt.
  • Zur Ver­sor­gung im sta­tio­nä­ren und teil­sta­tio­nä­ren Bereich wer­den in der Fach­rich­tung Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie und -
    psy­cho­the­ra­pie 722 Bet­ten und 493 Plät­ze vor­ge­hal­ten. Die­se Kapa­zi­tä­ten sind sehr gut aus­ge­las­tet, so dass bereits wei­te­re 164 Bet­ten und 42 Plät­ze lan­des­weit geneh­migt wur­den, die aller­dings noch nicht in Betrieb sind.

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