Die scharz-orange Landesregierung trifft sich heute und morgen zu ihrer ersten Haushaltsklausur. Im Vorfeld war berichtet worden, dass für die Finanzierung der vielen Wahlversprechen auch die Rücklagen angezapft werden müssen. Bayern verfügt aktuell über sechs Milliarden Euro Rücklagen. In den kommenden Jahren werden sie voraussichtlich auf zwei Milliarden schrumpfen.
Wenn schon in steuerstarken Jahren die Rücklagen, ohne in Bildung und Infrastruktur zu investieren, geplündert werden, dann ist das verantwortungslose Haushaltspolitik. Wie sollen all die Versprechungen und Programme der schwarz-orangen Landesregierung finanziert werden, ohne sie auf dem Rücken der Kommunen auszutragen?
Claudia Köhler, haushaltspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen
Die Kita-Ausbau-Fördergelder des Freistaats bis 2020 sind bereits jetzt verbraucht – viel zu kurzsichtig geplant. Mit welchen Mitteln sollen die Gemeinden nun auch noch den vereinbarten Rechtsanspruch auf Pflegeplätze umsetzen? Wir Grüne sagen: “Lieber langfristig ehrlich planen und investieren anstatt Schnellschüsse wie das Baukindergeld durchdrücken, die strukturell keine Verbesserungen bringen.”
Die Wahlversprechen des Ministerpräsidenten führen zu hohen Streuausgaben ohne jede Weitsicht. Mit nur noch 500 Millionen Euro jährlich gerät der Schuldenabbau ins Stocken. So wird er noch 54 Jahre dauern. Und bei gleichzeitigem Griff in die Rücklage handelt es sich eigentlich um den billigen Taschenspielertrick „linke Tasche, rechte Tasche.
Dass keine neuen Schulden gemacht werden sollen, ist eine Selbstverständlichkeit, denn ab 2020 gilt die Schuldenbremse für alle Bundesländer. Es wäre verantwortungsvoll, in diesen steuerstarken Jahren die Rücklagen aufzubauen, statt zu plündern.
Wo bleiben Investitionen für die Bildungsinfrastruktur, die Ganztagsbetreuung, die Personalgewinnung für Kindergärten und Pflege? Eltern, die für ihr Kind keinen Betreuungsplatz finden, haben auch nichts von einer Beitragsentlastung. Zudem werden unseren Städten und Gemeinden immer mehr Pflichtaufgaben aufgebürdet, die nur mit zusätzlichen staatlichen Mitteln zu bewältigen sind. Die teuren Wahlversprechen fallen den Menschen schnell auf die Füße, sollte das Steueraufkommen sinken. Gewissenhafte Planung sieht anders aus.




Verwandte Artikel
Blaualgen statt Badespaß: Unsere Gewässer senden einen Hilferuf -
Grüne fordern besseren Gewässerschutz im Landkreis München Hitze und Trockenheit setzen die Gewässer im Landkreis München massiv unter Druck – mit gravierenden Folgen für Fische, Amphibien und andere Wasserlebewesen. „Statt…
Weiterlesen »
Bayern braucht Abkühlung — Staatsregierung erhöht Mittel nach Dringlichkeitsantrag der Grünen
Extreme Hitze kann für ältere Menschen, Schwangere, Kinder und Menschen, die Pflege brauchen, lebensgefährlich werden. Mit ihrem Dringlichkeitsantrag „Bayern braucht Abkühlung – Schnelle Hilfe für besonders gefährdete Menschen“ forderten die…
Weiterlesen »
Dr. Hofreiter und Köhler gratulieren zum Fraktions-Geburtstag
Mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Anton Hofreiter und der Landtagsabgeordneten Claudia Köhler gratulierten zwei prominente Vertreter des Ortsverbands Unterhaching zum 40-jährigen Geburtstag der Grünen Fraktion im Bayerischen Landtag. Bei einem großen…
Weiterlesen »