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Umwelt­kri­mi­na­li­tät gefähr­det Finan­zen der Gemein­de Egg­stätt — ein Unterstützungsbesuch

Ein unfass­ba­rer Fall von Umwelt­kri­mi­na­li­tät wur­de in Egg­stätt began­gen: Bereits Ostern 2021 hat­te ein Orts­frem­der — nach münd­li­chen Anga­ben von Orts­an­säs­si­gen ein sog. “Reichs­bü­ger” — ille­gal gif­ti­ge Stof­fe im Kanal­sys­tem ent­sorgt und so Per­flu­o­rier­te Ten­si­de (PFC) in den Was­ser­kreis­lauf ein­ge­lei­tet. Die Gemein­de war und ist noch immer dar­auf­hin mit umfang­rei­chen Sanie­rungs­ar­bei­ten beschäf­tigt – unter ande­rem muss­te das Reten­ti­ons­fil­ter­be­cken aus­ge­bag­gert wer­den und das abflie­ßen­de Ober­flä­chen­was­ser über Aktiv­koh­le­fil­ter gerei­nigt wer­den. Das Trink­was­ser für die Gemein­de Egg­stätt und min­des­tens drei umlie­gen­de Gemein­den konn­te so bis­her vor Ver­un­rei­ni­gun­gen geschützt wer­den. Mitt­ler­wei­le beläuft sich der Umwelt­scha­den der Gemein­de Egg­stätt auf 3 Mio Euro. Der Täter wur­de zu einer Gefäng­nis­stra­fe verurteilt.

Obwohl die Maß­nah­me drin­gend war und kein Zwei­fel dar­über besteht, dass FAG-Mit­tel (Mit­tel aus dem kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich) dafür ver­wen­det wer­den kön­nen, blieb die Gemein­de Egg­stätt bis heu­te auf den Kos­ten sit­zen — der För­der­topf war leer. Der Bür­ger­meis­ter sen­de­te einen Hil­fe­ruf an alle Abge­ord­ne­ten im Land­kreis. Ich hat­te als Betreu­ungs­ab­ge­ord­ne­te für den Land­kreis Rosen­heim schon nach Erhalt des ers­ten Schrei­bens einen Vor­ort-Ter­min vor­ge­schla­gen. Nun war es end­lich soweit: Der stellv. Minis­ter­prä­si­dent Aiwan­ger nahm sich eben­falls Zeit und wir sahen uns gemein­sam mit den Bür­ger­meis­tern der umlie­gen­den Gemein­den, mit Kreisrät*innen, Gemeinderät*innen und Behör­den wie dem Was­ser­wirt­schafts­amt die umfang­rei­chen tech­ni­schen Maß­nah­men an. Zwei der Grü­nen Gemeinderät*innen vor Ort, Katha­ri­na Wein­ber­ger und Jacob Illi, erläu­ter­ten mir die finan­zi­el­le Sach­la­ge: Frei­lich habe die Kom­mu­ne auch eine Rück­la­ge ange­spart. Die­se sei aber für einen drin­gend not­wen­di­gen Kin­der­gar­ten vorgesehen.

Sowohl Wirt­schafts­mi­nis­ter Aiwan­ger als auch ich sag­ten unse­re Unter­stüt­zung im Rah­men unse­rer Mög­lich­kei­ten zu. Ich emp­fahl den Rät*innen und dem Bür­ger­meis­ter, jetzt nicht locker zu las­sen und bat um Infor­ma­tio­nen zum wei­te­ren Fortgang.

“Wer so umsich­tig und schnell han­delt, um schlim­me­re Schä­den zu ver­mei­den, darf nicht hän­gen gelas­sen wer­den! Und: Umwelt­kri­mi­na­li­tät wie die Gefähr­dung unse­rer natür­li­chen Lebens­grund­la­gen wie Was­ser muss ver­folgt und strengs­tens geahn­det werden.”

Medi­en­echo:

MdL Clau­dia Köh­ler besucht Egg­stätt-Natz­ing: Umwelt­scha­den der Gemein­de bei 3 Mil­lio­nen Euro — innsalzach.24.de

„Die Hüt­te brennt“ — So könn­te Egg­stätt nach dem Umwelt­skan­dal von Natz­ing an Geld kom­men — ovb-Online

Wirt­schafts­mi­nis­ter Aiwan­ger besuch­te Umwelt­ver­bre­chens-Tat­ort Egg­stätt — Bayernwelle

„Die Hüt­te brennt“ — So könn­te Egg­stätt nach dem Umwelt­skan­dal von Natz­ing an Geld kom­men-Chiem­gau 24

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