Erst 2024 — nach dem schlechten Abschneiden bei der Pisa-Studie — entschied der Ministerpräsident sehr kurzfristig, zugunsten von mehr Deutsch und Mathematik Fächer wie Musik, Kunst, Werken und Gestalten an den bayerischen Grundschulen zu kürzen bzw. die Entscheidung darüber den Schulleitungen zu überlassen. Allerdings ohne — trotz Ganztagesanspruch — die Stundentafel zu erweitern, nein, es muss in anderen Fächern wie Musik, Kunst, Werken und Gestalten oder – in den dritten und vierten Klassen – im Fach Englisch gekürzt werden. Mit der Mehrheit im Parlament aus CSU und FW wurde diese Änderung beschlossen.
Rein rechnerisch wurden nach dieser sogenannten ‚PISA-Offensive‘ 40% des Musikunterrichts an Grundschulen gestrichen. Dies bestätigte auch eine Anfrage an die Staatsregierung.
Unsicherheit und Ärger waren die Folge.
Claudia Köhler: “Gerade Musik und Kultur halten in schwierigen Zeiten die Gesellschaft zusammen, ganzheitliche Bildung bedeutet eben auch Bildung in musischen Fächern. Nicht zuletzt geht nach dem Musizieren das Pauken oft leichter… Dass auch den Musikschulen Jahr für Jahr bei den Haushaltsberatungen wichtiges Geld für ihre Arbeit fehlt, passt leider ins Bild, dass diese Staatsregierung der Musik nicht den richtigen Stellenwert gibt.”
Deshalb lehnten wir Landtags-Grüne die Pläne von Ministerpräsident Söder für Kürzungen bei Musik ab. Wir stellten einen Dringlichkeitsantrag „Unsere Verantwortung: alle Kinder fit für eine gute Zukunft machen – kein Rotstift bei Kunst, Musik und Werken!“ im Plenum im März 2024. Wir schlugen vor, Kindern und Lehrkräften stattdessen mehr Freiraum und Zeit für individuelle Förderung zu geben. Leider lehnten CSU und FW diesen Antrag ab.
Die Pisa-Studie in diesem Jahr fiel dann übrigens noch schlechter aus… Kurz danach die Kehrtwende: Der Ministerpräsident selbst fordert doch wieder eine Stunde mehr Musikunterricht, endlich wird unserer Forderung gefolgt. Eine späte Einsicht, aber immerhin…
Wie der zusätzliche Unterricht geleistet werden soll, darauf bleibt er allerdings eine Antwort schuldig.
Denn wie soll der zusätzliche Musikunterricht umgesetzt werden, wenn gleichzeitig keine zusätzlichen Planstellen geschaffen werden und ein Stellenmoratorium für die Einstellung neuer Lehrerinnen und Lehrer besteht. Das heißt, es werden keine zusätzlichen Lehrkräfte eingestellt, obwohl die Zahlen der Schülerinnen und Schüler steigen, und jetzt auch das Stundenkontingent. Soll am Ende gar dafür an anderer Stelle Unterricht wegfallen?
Claudia Köhler: “Musik ist so wichtig! Sie hilft beim Lernen, bei einer ganzheitlichen Bildung von Geist und Charakter und sie bringt gerade in schwierigen Zeiten die Menschen zusammen. Endlich zeigt der Ministerpräsident Einsicht, dass Musik ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts sein muss. Und jetzt erwarte ich zu den Lippenbekenntnissen natürlich die entsprechenden Maßnahmen, dass dieses Vorhaben auch zügig von den Schulen umgesetzt werden kann. Sonst bleibt die Forderung nach einer weiteren Musikstunde eine leere Phrase.”
Dringlichkeitsantrag:




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