v.l. Kreisrätin Anke Lunemann, stellv. Landrätin Barbara Bogner, Kreisrätin Helga Keller-Zenth, Vorsitzende Münchner Frauenforum Annika Gehrmann, MdL Claudia Köhler

30 Jah­re Gleich­stel­lungs­stel­le im Land­kreis München

1996 wur­de im Land­kreis die Gleich­stel­lungs­stel­le ins Leben geru­fen. Ihre Auf­ga­be ist, sich mit der Chan­cen­gleich­heit von Frau­en und Män­nern und der Erhö­hung der Antei­le von Frau­en in Berei­chen, in denen sie immer noch unter­re­prä­sen­tiert sind, zu befassen.

Mit Freu­de habe ich zur Geburts­tags­fei­er ein Gruß­wort gehalten:

Zum 30-jäh­ri­gen Geburts­tag über­sen­de ich Ihnen, lie­be Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te Frau Kol­lan, und Ihrem Team die herz­lichs­ten Glück­wün­sche aus dem Landtag.

Wir ver­dan­ken Frie­da Nadig (SPD), Dr. Eli­sa­beth Sel­bert (SPD), Dr. Hele­ne Weber (CDU) und Hele­ne Wes­sel (Zen­trum), den vier “Müt­tern des Grund­ge­set­zes”, dass 1949 die Gleich­be­rech­ti­gung von Män­nern und Frau­en 1949 im Grund­ge­setz gesetz­lich ver­an­kert wur­de. „Män­ner und Frau­en sind gleichberechtigt.“
Das Ers­te Gleich­be­rech­ti­gungs­ge­setz des Bun­des im Jah­re 1957 refor­mier­te die Rege­lun­gen des Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­ches zum Ehe- und Familienrecht.

Und trotz­dem haben wir bis heu­te eine tat­säch­li­che Gleich­be­rech­ti­gung in der Gesell­schaft nicht erreicht.

Dabei ist es nicht nur eine Fra­ge der Gerech­tig­keit und Ange­le­gen­heit der Frau­en, son­dern es geht alle in unse­rer Gesell­schaft an: Frau­en könn­ten gut für sich sor­gen, im Heu­te und im Alter, wenn sie das Glei­che für die glei­che Arbeit ver­die­nen wür­den wie die Män­ner. Kin­der pro­fi­tie­ren, wenn sich Mamas und Papas glei­cher­ma­ßen um sie küm­mern können.

Unse­re Wirt­schaft hät­te viel mehr Fach­kräf­te zur Ver­fü­gung, wenn die Rah­men­be­din­gun­gen wie Bil­dung und Betreu­ung stim­men wür­den und vie­le Mamas so erwerbs­tä­tig sein könn­ten, wie sie möch­ten. Übri­gens feh­len uns auch in der Poli­tik ganz drin­gend die Frau­en – auf allen poli­ti­schen Ebe­nen, in so ziem­lich allen Gremien.

Clau­dia Köh­ler.” Gemisch­te Teams arbei­ten bes­ser, brin­gen bes­se­re Resul­ta­te, das zei­gen vie­le Stu­di­en. D.h. mehr Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen wür­de sich für den für den Unter­neh­mens­er­folg loh­nen. Doch noch immer sind die Füh­rungs­po­si­tio­nen meist männ­lich besetzt — auch da, wo an sich viel mehr Frau­en arbei­ten, z.B. im Kran­ken­haus, in den Ban­ken, in den Verwaltungen.”

Wäre unse­re Welt eine ande­re, wür­den mehr Frau­en mit regie­ren? Gera­de in Län­dern mit hoher Armuts­quo­te, mit dik­ta­to­ri­schen Regi­men, wird es an der Rol­le der Frau hän­gen, ob sich etwas zum Guten ändert. Dür­fen Mäd­chen in die Schu­le gehen? Dür­fen sie ler­nen, arbei­ten, ein Unter­neh­men grün­den, Auto fah­ren und wird Gewalt und Unter­drü­ckung gegen sie kon­se­quent geahn­det? Sind sie in ent­schei­den­den Gre­mi­en vertreten?

Da leben wir doch in viel bes­se­ren Ver­hält­nis­sen, wer­den Sie den­ken. Aber war­um haben wir dann auch wir noch immer kei­ne Gleich­be­rech­ti­gung geschafft? War­um brau­chen wir stän­dig mehr Plät­ze in Frau­en­häu­sern? War­um müs­sen Sie sich, hier bei uns, 2026, noch immer mit Gewalt gegen Frau­en beschäftigen?

Clau­dia Köh­ler: “Hier haken Sie ein, lie­be Frau Kol­lan und lie­bes Team: Seit 30 Jah­ren geben Sie Impul­se, Anre­gun­gen und ent­wi­ckeln dar­aus Hand­lungs­mög­lich­kei­ten. Sie len­ken den Blick auf die Gleich­be­rech­ti­gung, auf das, was funk­tio­niert und das, was noch gar nicht gut funktioniert.
Sie bera­ten die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Land­kreis, im Ehren­amt, im öffent­li­chen Dienst, im Betrieb, in den Schu­len, in der Fami­lie — zur Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf, zur Kar­rie­re­ent­wick­lung, zu Arbeits­zeit­mo­del­len. Bei Benach­tei­li­gung, Mob­bing und sexu­el­ler Beläs­ti­gung am Arbeits­platz sind Sie für die Frau­en da. Ihr Run­der Tisch gegen Häus­li­che Gewalt ist auch schon fast 20 Jah­re alt. Sie bie­ten Fort­bil­dun­gen an, sie sind an Ein­stel­lungs­ver­fah­ren betei­ligt, sie erstel­len das Gleich­stel­lungs­kon­zept und schrei­ben es fort. Nur so rich­ten Sie den Blick immer wie­der auf die Frauen.”

Dafür Dan­ke, auch von der Lan­des­ebe­ne. Dan­ke für die­se wich­ti­gen Diens­te, für Ihre wert­vol­le Arbeit, für die Mei­len­stei­ne, die Sie schon gesetzt haben.

Gleich­stel­lung immer mit­den­ken, berich­ten, Vor­schlä­ge machen — das ist die Kunst, um vor­wärts zu kom­men, um das, was Frau Nadig, Frau Sel­bert, Frau Weber und Frau Wes­sel so klug und weit­sich­tig ange­legt haben, end­lich zu erreichen.

Hap­py Birthday!

 

 

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