1996 wurde im Landkreis die Gleichstellungsstelle ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe ist, sich mit der Chancengleichheit von Frauen und Männern und der Erhöhung der Anteile von Frauen in Bereichen, in denen sie immer noch unterrepräsentiert sind, zu befassen.
Mit Freude habe ich zur Geburtstagsfeier ein Grußwort gehalten:
Zum 30-jährigen Geburtstag übersende ich Ihnen, liebe Gleichstellungsbeauftragte Frau Kollan, und Ihrem Team die herzlichsten Glückwünsche aus dem Landtag.
Wir verdanken Frieda Nadig (SPD), Dr. Elisabeth Selbert (SPD), Dr. Helene Weber (CDU) und Helene Wessel (Zentrum), den vier “Müttern des Grundgesetzes”, dass 1949 die Gleichberechtigung von Männern und Frauen 1949 im Grundgesetz gesetzlich verankert wurde. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“
Das Erste Gleichberechtigungsgesetz des Bundes im Jahre 1957 reformierte die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches zum Ehe- und Familienrecht.
Und trotzdem haben wir bis heute eine tatsächliche Gleichberechtigung in der Gesellschaft nicht erreicht.
Dabei ist es nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit und Angelegenheit der Frauen, sondern es geht alle in unserer Gesellschaft an: Frauen könnten gut für sich sorgen, im Heute und im Alter, wenn sie das Gleiche für die gleiche Arbeit verdienen würden wie die Männer. Kinder profitieren, wenn sich Mamas und Papas gleichermaßen um sie kümmern können.
Unsere Wirtschaft hätte viel mehr Fachkräfte zur Verfügung, wenn die Rahmenbedingungen wie Bildung und Betreuung stimmen würden und viele Mamas so erwerbstätig sein könnten, wie sie möchten. Übrigens fehlen uns auch in der Politik ganz dringend die Frauen – auf allen politischen Ebenen, in so ziemlich allen Gremien.
Claudia Köhler.” Gemischte Teams arbeiten besser, bringen bessere Resultate, das zeigen viele Studien. D.h. mehr Frauen in Führungspositionen würde sich für den für den Unternehmenserfolg lohnen. Doch noch immer sind die Führungspositionen meist männlich besetzt — auch da, wo an sich viel mehr Frauen arbeiten, z.B. im Krankenhaus, in den Banken, in den Verwaltungen.”
Wäre unsere Welt eine andere, würden mehr Frauen mit regieren? Gerade in Ländern mit hoher Armutsquote, mit diktatorischen Regimen, wird es an der Rolle der Frau hängen, ob sich etwas zum Guten ändert. Dürfen Mädchen in die Schule gehen? Dürfen sie lernen, arbeiten, ein Unternehmen gründen, Auto fahren und wird Gewalt und Unterdrückung gegen sie konsequent geahndet? Sind sie in entscheidenden Gremien vertreten?
Da leben wir doch in viel besseren Verhältnissen, werden Sie denken. Aber warum haben wir dann auch wir noch immer keine Gleichberechtigung geschafft? Warum brauchen wir ständig mehr Plätze in Frauenhäusern? Warum müssen Sie sich, hier bei uns, 2026, noch immer mit Gewalt gegen Frauen beschäftigen?
Claudia Köhler: “Hier haken Sie ein, liebe Frau Kollan und liebes Team: Seit 30 Jahren geben Sie Impulse, Anregungen und entwickeln daraus Handlungsmöglichkeiten. Sie lenken den Blick auf die Gleichberechtigung, auf das, was funktioniert und das, was noch gar nicht gut funktioniert.
Sie beraten die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis, im Ehrenamt, im öffentlichen Dienst, im Betrieb, in den Schulen, in der Familie — zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zur Karriereentwicklung, zu Arbeitszeitmodellen. Bei Benachteiligung, Mobbing und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz sind Sie für die Frauen da. Ihr Runder Tisch gegen Häusliche Gewalt ist auch schon fast 20 Jahre alt. Sie bieten Fortbildungen an, sie sind an Einstellungsverfahren beteiligt, sie erstellen das Gleichstellungskonzept und schreiben es fort. Nur so richten Sie den Blick immer wieder auf die Frauen.”
Dafür Danke, auch von der Landesebene. Danke für diese wichtigen Dienste, für Ihre wertvolle Arbeit, für die Meilensteine, die Sie schon gesetzt haben.
Gleichstellung immer mitdenken, berichten, Vorschläge machen — das ist die Kunst, um vorwärts zu kommen, um das, was Frau Nadig, Frau Selbert, Frau Weber und Frau Wessel so klug und weitsichtig angelegt haben, endlich zu erreichen.
Happy Birthday!




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