Influencer verletzten vielfach ihre Steuerpflichten, stellte der Bayerische Oberste Rechnungshof schon im Juni 2025 im Jahresbericht fest. Viele Influencer würden erst gar nicht erfasst, oft kämen die Finanzämter bei dem internationalen und schnelllebigen Digitalgeschäft zu spät, so die Rechnungshüter. Influencer würden “ihren steuerlichen Verpflichtungen trotz hoher Einnahmen oft nicht oder nicht zeitgerecht nachkommen”, so der ORH.
Dabei sieht der ORH sogenannte “Auskunftsersuchen” bei Social-Media-Plattformen als zentrales Mittel, um die Defizite bei der Besteuerung von Influencern zu beheben. Unsere Fraktion hat dies in der Berichterstattung endlich eingefordert.
Claudia Köhler in ihrer damaligen Stellungnahme dazu: “Der Ermittlungsstand zur Besteuerung von Influencern ist eine Peinlichkeit. Endlich müssten bestehende Gesetze durchgesetzt werden. Es könne so nicht weitergehen, dass Auskunftsersuchen wie Gruppenanfragen nicht weiterverfolgt würden. Der ehrliche Steuerzahler ist der Dumme, weil die Staatsregierung immer blank ist, wenn es mit Digitalem zusammenhängt.”
Jetzt ein Jahr später gibt es ein erstes positives Ergebnis zu verzeichnen:
Die Überprüfung von Influencern hat Bayern im vergangenen Jahr Steuernachzahlungen von 550.000 Euro eingebracht. Dies hat das Finanzministerium mitgeteilt. Möglich war dies durch die Auswertung mehrerer Tausend Datensätze, die die Spezialeinheit «eCommerce» beim Bayerischen Landesamt für Steuern beschafft und aufbereitet hat.
Dabei kam unter anderem KI-gestützte Spezialsoftware zum Einsatz, «um die Aktivitäten von Influencern und anderen Social-Media-Akteuren auf Social-Media-Plattformen zu verfolgen und zu analysieren», so Sprecherin des Finanzministeriums.
Die Überprüfung der Steuerpflicht von Influencern ist kompliziert. Sie agieren über verschiedene Landesgrenzen hinweg und oft werden sie — vor allem in bestimmten Bereichen wie der der Erotik — in Kryptowährungen u.ä. bezahlt. Häufig bekommen sie Sachzuwendungen in höherem Wert, die aber ebenfalls steuerpflichtig sind.
Claudia Köhler: “Ich bin froh, dass der korrekten Besteuerung von Influencern endlich die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch wenn der Aufwand für diese Berufsgruppe hoch ist, kann es nicht sein, dass professionelle Social-Media-Akteure sich der Steuerpflicht entziehen und am Ende Berufsgruppen, die ihre Steuern bezahlen, die Dummen sind.”
siehe dazu unsere Anfrage zum Plenum: Korrekte Besteuerung von Influencern
Medienecho: Schont Bayern Influencer bei der Steuer?-BR




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