„Eine Klas­sen­fahrt darf kein Pri­vi­leg sein!“

Grü­ne Abge­ord­ne­te im Land­kreis for­dern aus­rei­chen­des Rei­se­bud­get für beglei­ten­de Lehrkräfte

Die Klas­sen­fahrt steht an – doch vie­le Lehr­kräf­te wis­sen nicht, ob sie ihre Aus­la­gen erstat­tet bekom­men. Was wie ein schlech­ter Scherz klingt, ist bit­te­re Rea­li­tät: Auf­grund von Bud­get­kür­zun­gen für die beglei­ten­den Lehr­kräf­te und einem unge­rech­ten Ver­tei­lungs­schlüs­sel ste­hen ins­be­son­de­re Klas­sen­fahr­ten an För­der­schu­len, Real­schu­len und Berufs­schu­len auf der Kip­pe. „Uns errei­chen besorg­te Hil­fe­ru­fe von Eltern, die um Über­nah­me der Kos­ten gebe­ten wer­den. Päd­ago­gisch wich­ti­ge Fahr­ten dür­fen nicht an selt­sa­men Gewich­tun­gen und ver­al­te­ten Model­len schei­tern!“ for­dern die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten aus dem Land­kreis Mün­chen Clau­dia Köh­ler und Dr. Mar­kus Büch­ler.

Nach den Hil­fe­ru­fen hat­ten die Grü­nen eine Anfra­ge gestellt. Deren Ant­wort deckt ein ver­al­te­tes und unge­rech­tes Ver­tei­lungs­sys­tem auf. Die staat­li­chen Zuschüs­se für die Rei­se­kos­ten der Lehr­kräf­te basie­ren auf einem Sys­tem, das seit 2011 nahe­zu unver­än­dert ist und die heu­ti­ge Bil­dungs­rea­li­tät igno­riert. Wäh­rend Gym­na­si­en durch Sockel­be­trä­ge und eine Ver­tei­lung nach Schü­ler­zah­len pro­fi­tie­ren, wer­den ande­re Schul­for­men sys­te­ma­tisch benach­tei­ligt. Da die Mit­tel für Grund‑, Mittel‑, Real- und Berufs­schu­len pri­mär nach der Anzahl der Klas­sen ver­teilt wer­den, führt ein Anstieg der Klas­sen­stär­ken zu weni­ger Klas­sen ins­ge­samt – und para­do­xer­wei­se zu gerin­ge­ren Gesamt­zu­schüs­sen für die betrof­fe­nen Schulen.

Die Grü­nen hat­ten bereits in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Haus­halts­an­trä­ge für eine bes­se­re Finan­zie­rung der Rei­se­kos­ten der beglei­ten­den Lehr­kräf­te gestellt.

„Für alle Schul­for­men sind sol­che Fahr­ten wich­tig, da darf kein Unter­schied gemacht wer­den. Wir haben im Land­kreis eine viel­fäl­ti­ge Bil­dungs­land­schaft aller Schul­ar­ten, da darf nie­mand benach­tei­ligt wer­den. Es ist poli­tisch abso­lut inak­zep­ta­bel, dass dort gespart wird, wo sozia­le Teil­ha­be und päd­ago­gi­sche Exkur­sio­nen eine essen­zi­el­le Rol­le für die Ent­wick­lung der Schü­le­rin­nen und Schü­ler spie­len“, betont Büchler.

Köh­ler, haus­halts­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen im Land­tag, ergänzt: „Eine Klas­sen­fahrt darf nie­mals ein Pri­vi­leg sein! Sie darf nicht davon abhän­gen, wel­che Schul­form man besucht, wie groß die Klas­se ist oder ob der För­der­ver­ein glück­li­cher­wei­se wohl­ha­ben­de Spen­der hat. Man kann doch nicht erwar­ten, dass die Lehr­kräf­te auch noch pri­vat was drauf­le­gen. Das ist kei­ne Bil­dungs­po­li­tik, das ist eine sozia­le Lotterie.“

Die Abge­ord­ne­ten for­dern daher eine grund­le­gen­de Reform des Bud­ge­tie­rungs­ver­fah­rens. Gefragt sei ein trans­pa­ren­ter, schü­ler­zen­trier­ter Ansatz für alle Schul­for­men, der sozia­le Här­ten aus­gleicht und die aktu­el­len Kür­zun­gen sofort rück­gän­gig macht, um die Chan­cen­gleich­heit für alle Kin­der zu sichern.

Anfra­ge zum Plenum 

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