Grüne Fraktion im Gemeinderat Foto: privat

Trotz Wahl­er­folg: Grü­ne im Gemein­de­rat ausgebremst

„Mit uns ist zu rech­nen – jetzt erst recht“

Trotz ihres star­ken Wahl­er­geb­nis­ses mit neun Sit­zen sehen sich die Unter­ha­chin­ger Grü­nen bei der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung des Gemein­de­rats am 20. Mai gezielt benach­tei­ligt. Die zweit­stärks­te Frak­ti­on wur­de bei der Aus­schuss­be­set­zung sowie der Wahl der Bür­ger­meis­ter­stell­ver­tre­tun­gen „klein­ge­rech­net“ – und damit der kla­re Wäh­ler­wil­le nicht umgesetzt. 

Nach der Kom­mu­nal­wahl stel­len die Grü­nen neun Gemein­de­rä­tin­nen und Gemein­de­rä­te und sind damit gleich­auf mit der CSU. Dem­entspre­chend for­dert die Unter­ha­chin­ger Grü­nen bei der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung des Gemein­de­rats, das star­ke Wahl­er­geb­nis mit neun Sit­zen in der Aus­schuss­be­set­zung und bei den Wah­len zu den Stell­ver­tre­te­rin­nen­pos­ten ange­mes­sen zu berücksichtigen.

Trotz­dem wur­den Aus­schuss­grö­ße und Aus­zähl­ver­fah­ren von Ver­wal­tung und der Mehr­heit aus CSU, SPD, FW und FDP so beschlos­sen, dass die Grü­ne Frak­ti­on „klein­ge­rech­net“ wur­de, wie die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Evi Kar­bau­mer anmerk­te. Die Grü­nen bekom­men nun einen Sitz weni­ger als die CSU in den Aus­schüs­sen, obwohl sie bei der Wahl gleich vie­le Gemein­de­rats­sit­ze errun­gen haben. (*) Gleich­zei­tig wur­de den Aus­schüs­sen per Geschäfts­ord­nung mehr Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz auf­ge­tra­gen, so dass künf­tig weni­ger Ent­schei­dun­gen im Gemein­de­rat beschlos­sen wer­den müssen.

Daher lehn­ten die Grü­nen die vor­ge­schla­ge­ne Geschäfts­ord­nung ab.

Für das Amt der stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­te­rin appel­lier­ten die Grü­nen an die Gemein­de­rä­tin­nen und ‑räte, das star­ke Wäh­ler­vo­tum für die Grü­nen zu respek­tie­ren und die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de und Kreis­rä­tin Evi Karen­bau­mer zu wählen.

Clau­dia Köh­ler, die Evi Kar­bau­mer zur Wahl vor­schlug: „Der Wäh­ler­wil­le liegt klar auf der Hand: stärks­te Kraft CSU, zweit­stärks­te Kraft die Grü­nen, dritt­stärks­te die SPD. Wer das igno­riert, igno­riert die kla­re Ent­schei­dung der Unter­ha­chin­ge­rin­nen und Unterhachinger.“

Die Mehr­heit aus CSU/SPD/FW/FDP wähl­te eine zwei­te und einen drit­ten Bür­ger­meis­ter – bei­de zuvor weder vor­ge­schla­gen noch vorgestellt!

„Nach die­sem für uns ful­mi­nan­ten Wahl­er­geb­nis ist das ein schwie­ri­ges Zei­chen“, so Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Evi Kar­bau­mer. „Was sol­len sie die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler den­ken, die so klar ent­schie­den haben? Und dann pas­siert genau das Gegen­teil. Wir stel­len trotz 47,6 Pro­zent Zustim­mung kei­ne stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­te­rin. Das ist poli­tisch schlicht nicht vermittelbar.

Nach­dem es fast im gan­zen Land­kreis Mün­chen und in vie­len Tei­len Bay­erns ähn­lich aus­sieht, fragt die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Gemein­de­rä­tin Clau­dia Köh­ler: „Ist das die Angst vor star­ken Grü­nen? Oder die Angst vor erfolg­rei­chen Frauen?“

Die Grü­nen kün­di­gen an, trotz des schwie­ri­gen Starts und der offen­sicht­li­chen Blo­cka­de von CSU und SPD wei­ter­hin das Bes­te für Unter­ha­ching her­aus­ho­len zu wol­len. Evi Kar­bau­mer wird die Frak­ti­on wei­ter­hin als Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de lei­ten, Clau­dia Köh­ler als Stell­ver­tre­te­rin. Johan­na Zapf ist zukünf­tig Beauf­trag­te der Frak­ti­on für Finan­zen, Ste­fan König Beauf­trag­ter für Bau, Umwelt und Ortsentwicklung.

Für den gan­zen Gemein­de­rat wur­de Tobi­as Köh­ler zum Fach­re­fe­ren­ten für Kul­tur und Ver­ei­ne gewählt, Bea­te Gsän­ger zur Fach­re­fe­ren­tin für Ener­gie und Nach­hal­tig­keit sowie Evi Kar­bau­mer zur Fach­re­fe­ren­tin für Kin­der und Jugendliche.

„Wir wer­den mit dem Rücken­wind der Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler wei­ter­hin wich­ti­ge und bereits begon­ne­ne The­men vor­an­trei­ben – von Wirt­schaft und Mobi­li­tät über die Sanie­rung der Kin­der­gär­ten bis hin zu Kli­ma­an­pas­sung und Bür­ger­be­tei­li­gung. Mit uns ist rech­nen. Jetzt erst recht“, so Karbaumer.

(*) Hin­ter­grund: Bei einer Aus­schuss­grö­ße von 12 haben die Grü­nen (9 Sit­ze) zukünf­tig 3 Aus­schuss­sit­ze, CSU (9 Sit­ze) 4 plus Bür­ger­meis­ter, SPD (5 Sit­ze) 3 Aus­schuss­sit­ze und 2. Bür­ger­meis­te­rin, FW/FDP (4 Sit­ze) 2 Ausschusssitze.

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