Foto: Lukas Barth

Über 43 Mil­lio­nen Euro für Münch­ner Kon­zert­saal ver­senkt und doch noch kein Stein­chen bewegt

Die Anfra­ge an den Staats­mi­nis­ter für Wis­sen­schaft und Kunst, Mar­kus Blu­me, zum geplan­ten Kon­zert­haus in Mün­chen hat die Befürch­tung bestä­tigt: Noch kein ein­zi­ger Euro ist in die Rea­li­sie­rung der Kon­zert­hau­ses auf dem ehe­ma­li­gen Knorr-Gelän­de hin­ter dem Ost­bahn­hof geflos­sen. Trotz­dem wur­den schon fast 44 Mio Euro ausgegeben.

Clau­dia Köh­ler. «Bis jetzt kos­tet es Mil­lio­nen, ohne einen ein­zi­gen Kie­sel­stein bewegt zu haben. Das ist ernüch­ternd. Seit 2015 wur­den rund 43,7 Mio Euro für das Vor­ha­ben aus­ge­ge­ben, davon rund 5,5 Mil­lio­nen Euro für Mie­ten und Pacht.”

Bereits 2017 hat die Staats­re­gie­rung Plä­ne für den Pres­ti­ge­bau vor­ge­stellt, 2019 wur­de der Ent­wurf zum Neu­bau des Archi­tek­ten Anton Nach­baur-Sturm, präsentiert.
Die Spiel­stät­te ist vor allem für das Sym­pho­nie­or­ches­ter des Baye­ri­schen Rund­funks (BRSO) vor­ge­se­hen, soll aber auch rund um die Uhr ein leben­di­ger Ort für die ver­schie­dens­ten Nutzer*innen wer­den. Eine Stif­tung wur­de gegründet.

Trotz­dem ist nichts gesche­hen. Nur die Kos­ten für den Kon­zert­saal explo­dier­ten, mitt­ler­wei­le ist von einer Kos­ten­pla­nung bis zu einer Mil­li­ar­de Euro die Rede.

Des­halb wur­de im letz­ten Jahr angeb­lich wie­der alles auf Null gesetzt. Nach den Vor­stel­lun­gen der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung muss aus dem Mil­li­ar­den- ein Mil­lio­nen­pro­jekt wer­den. Dabei sol­len Qua­li­tät, Kapa­zi­tät und Digi­ta­li­tät erhal­ten bleiben.

«Aus­sit­zen und abwar­ten bringt außer hohen Kos­ten nichts», bemän­gelt Köh­ler. «Gro­ße Reden ohne, dass end­lich kon­kret was pas­siert, sind ganz schön teu­er und kos­ten wich­ti­ges Ver­trau­en – auch das mög­li­cher Geld­ge­ber. Wo blei­ben denn die Ergeb­nis­se der ange­kün­dig­ten Markt­er­kun­dung, die neu­en Zeit- und Kostenpläne?»

 

San­ne Kurz,  kul­tur­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen-Frak­ti­on:  «Es gibt ein gro­ßes Defi­zit an Kul­tur­or­ten für Spit­zen­kul­tur». Ohne gesun­de Spit­zen­kul­tur gebe es aber auch kei­ne gesun­de Brei­ten­kul­tur. «Die baye­ri­sche Lan­des­haupt­stadt spiel­te mal in einer Liga mit Wien, Paris oder Lon­don. Aktu­ell steu­ert Mar­kus Söder eher in Rich­tung Liga Bot­trop oder Gel­sen­kir­chen», kri­ti­sier­te Kurz Bay­erns Ministerpräsidenten.

 

 

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