Dr. Markus Büchler und Claudia Köhler

Digi­tal ver­netz­te Medi­zin: Grü­nes „Vir­tu­el­les Kran­ken­haus Bay­ern“ soll Ver­sor­gung im Land­kreis Mün­chen stärken

Die Land­tags-Grü­nen wol­len Bay­erns Gesund­heits­ver­sor­gung digi­tal bes­ser ver­net­zen und qua­li­ta­tiv stär­ken. Mit einem Ände­rungs­an­trag zum Haus­halt 2026/2027 for­dern sie jeweils 15 Mil­lio­nen Euro pro Jahr für den Auf­bau eines „Vir­tu­el­len Kran­ken­hau­ses Bay­ern“, einer lan­des­wei­ten tele­me­di­zi­ni­schen Platt­form für Kli­ni­ken und Praxen.

„Die Idee des “Vir­tu­el­len Kran­ken­hau­ses” birgt gro­ße Chan­cen, Erkrank­te mit Fachmediziner*innen zu ver­bin­den, die ja nicht immer dort sind, wo die Men­schen woh­nen. Wenn medi­zi­ni­sches Spe­zi­al­wis­sen per Tele­me­di­zin dort­hin kommt, wo es gebraucht wird, pro­fi­tie­ren Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten im gan­zen Frei­staat. Digi­ta­le Ver­net­zung kann Leben ret­ten, beson­ders dann, wenn schnel­le Ent­schei­dun­gen und spe­zia­li­sier­te Exper­ti­se gefragt sind, gera­de außer­halb der gro­ßen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken“, erklärt Clau­dia Köh­ler, Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und haus­halts­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grünen.

Die Grü­nen wol­len erfolg­rei­che tele­me­di­zi­ni­sche Ansät­ze – etwa aus der Kin­der­in­ten­siv­me­di­zin – sys­te­ma­tisch auf wei­te­re Fach­be­rei­che aus­wei­ten, zum Bei­spiel auf die Inten­siv­me­di­zin, Herz­in­suf­fi­zi­enz, sel­te­ne Erkran­kun­gen oder onko­lo­gi­sche Fall­kon­fe­ren­zen. Vor­bild dafür ist das „Vir­tu­el­le Kran­ken­haus“ in Nord­rhein-West­fa­len. Dort kön­nen Ärz­tin­nen und Ärz­te aus Kli­ni­ken und Pra­xen lan­des­weit digi­ta­le Bespre­chun­gen mit spe­zia­li­sier­ten Zen­tren durch­füh­ren und schnell fach­ärzt­li­che Unter­stüt­zung erhalten.

Der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Mar­kus Büch­ler for­dert: „Bay­ern darf bei ein­zel­nen Modell­pro­jek­ten nicht ste­hen­blei­ben. Das Modell des vir­tu­el­len Kin­der­kran­ken­hau­ses hat bereits enor­me Vor­tei­le für Ärz­te und Pati­en­ten auf­ge­zeigt. Wir brau­chen eine dau­er­haf­te und trag­fä­hi­ge Struk­tur für tele­me­di­zi­ni­sche Netz­wer­ke statt Stück­werk und befris­te­ten Insellösungen.“

Mit ins­ge­samt 30 Mil­lio­nen Euro in zwei Jah­ren soll der Auf­bau inno­va­ti­ver Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te im Gesund­heits- und Pfle­ge­be­reich vor­an­ge­trie­ben und lang­fris­tig abge­si­chert werden.

Auch im Land­kreis Mün­chen könn­te ein lan­des­wei­tes Tele­me­di­zin-Netz­werk die Ver­sor­gung ver­bes­sern: Ärz­tin­nen und Ärz­te vor Ort hät­ten schnel­ler Zugang zu fach­ärzt­li­cher Exper­ti­se, Kli­ni­ken wür­den ent­las­tet und Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sowie ihre Ange­hö­ri­gen müss­ten sel­te­ner wei­te Wege zu spe­zia­li­sier­ten Zen­tren auf sich nehmen.

„Digi­ta­le Ver­net­zung ist kein Luxus, son­dern Vor­aus­set­zung für eine moder­ne Ver­sor­gungs­si­cher­heit. Wer Qua­li­tät sichern will, muss jetzt in nach­hal­ti­ge Struk­tu­ren inves­tie­ren“, betont Köhler.

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