Claudia Köhler und Sanne Kurz fordern Anreizmodell für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kultur
Claudia Köhler und Sanne Kurz fordern mit einem Haushaltsantrag ein bayernweites Fördermodell, dass Kulturspielstätten finanziell belohnt, wenn sie in ihren Jahresprogrammen auf Geschlechterparität in künstlerischen Schlüsselpositionen achten. Ziel ist Gleichstellung im Kulturbetrieb.
Im Landkreis Rosenheim betrifft der Antrag neben dem Theater TAM-Ost und der Theaterinsel auch zahlreiche Museen. Sie alle leisten wertvolle kulturelle Arbeit, stehen aber zugleich vor strukturellen Herausforderungen, Parität steht dabei nicht immer an erster Stelle, deshalb setzen die Landtagsgrünen hier Anreize.
„Die Gleichstellung der Geschlechter ist auch in der Kultur noch in weiter Ferne“, erklärt Sanne Kurz, kulturpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen. „Wir sehen einen massiven Gender-Pay-Gap und ebenso einen Gender-Show-Gap. Obwohl viele Frauen künstlerische Studiengänge absolvieren, sind sie auf Bühnen, in Ausstellungen und in Leitungspositionen deutlich unterrepräsentiert – und sie verdienen im Schnitt weniger. Das ist strukturelle Benachteiligung. Mit unserem Anreizmodell setzen wir auf einen positiven, unbürokratischen Weg: Wer Geschlechtergerechtigkeit konsequent umsetzt, wird finanziell belohnt. Klar ist aber auch: Diese Lücken schließen sich nicht von allein – es braucht politisches Handeln.“
Das vorgeschlagene Modell sieht vor, dass Kulturinstitutionen einen festgelegten Prozentsatz ihres Gesamtbudgets zusätzlich erhalten können, wenn im Jahresprogramm mindestens ebenso viele Frauen wie Männer künstlerische Schlüsselpositionen innehaben. Die künstlerische Freiheit und inhaltliche Ausrichtung bleiben dabei vollständig bei den Einrichtungen.
„Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung – aber von echter Parität sind wir in vielen Bereichen noch weit entfernt. Das gilt für Wirtschaft, Politik und eben auch für die Kultur.“, betont Köhler. Sie unterstreicht auch die Bedeutung des Antrags: „Gleichstellung ist kein Nischenthema, sondern ein Gerechtigkeitsauftrag aus Artikel 3 unseres Grundgesetzes. Mit der Anreizförderung unterstützen wir diejenigen, die hier Verantwortung übernehmen, und setzen ein klares Signal für mehr Fairness und Teilhabe.“
Antrag: BUENDNIS90-DIEGRUENEN 23–02-2026_GleichstellungKultur




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