Kommunen brauchen Unterstützung, um Chancen zu nutzen und Leerstände zu vermeiden
Immer mehr Kirchengebäude in Bayern stehen vor dem Aus: Bis 2035 könnten die Kirchen der beiden christlichen Konfessionen rund die Hälfte ihrer Gebäude nicht mehr halten. Auch im Landkreis Rosenheim wächst der Handlungsdruck.
„Kirchengemeinden und Kommunen stehen zunehmend vor der Herausforderung, tragfähige Nachnutzungen für Kirchengebäude zu finden. Es ist wichtig, rechtzeitig die Möglichkeiten der Nachnutzung auszuloten und die Kommunen zu unterstützen. Meistens prägen diese Gebäude unsere Ortskerne und sind bereits wichtige Orte der Begegnung. Gleichzeitig bieten sie großes Potenzial für neue, sinnvolle Nutzungen vor Ort – etwa als Kultur‑, Bildungs- und Begegnungsräumen bis hin zu sozialen Einrichtungen. Wir dürfen die Kommunen mit dieser Aufgabe nicht allein lassen“, sagt die Landtagsabgeordnete Claudia Köhler. Das Thema Kirchentransformation müsse als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden, an der sich auch die Staatregierung zu beteiligen habe.
Köhler hat mit ihrer Kollegin Sabine Weigand deshalb zwei Haushaltsanträge eingebracht, die Kommunen gezielt zu unterstützen: mit zusätzlichen Fördermitteln für die Sanierung und Umnutzung angekaufter Kirchen sowie für Pilotprojekte, die als Vorbilder für gelungene Lösungen dienen sollen.
Hintergrund ist ein struktureller Wandel: Sinkende Kirchensteuereinnahmen und hohe Unterhaltskosten führen dazu, dass immer mehr Gebäude aufgegeben werden müssen. Gleichzeitig sind rund 85 Prozent der Kirchen in Bayern denkmalgeschützt – und das macht Umbau und Sanierung besonders teuer. Viele Kommunen wollen die Gebäude erhalten, scheitern aber an der Finanzierung.
„Die Kommunen sind oft ratlos – wie sollen sie bei klammen Haushalten eine Kirchensanierung finanzieren, welche neue Nutzung macht Sinn? Der Freistaat hat die Aufgabe, sie jetzt in diesem Prozess zu unterstützen, auch finanziell. Dazu gehört es, Pilotprojekte von Kirchenumnutzungen zu fördern und sichtbar zu machen. Und dazu gehört auch, Fördermittel für Kommunen bereitzustellen, die angekauften Kirchen zu sanieren und energetisch zu ertüchtigen. Ohne zusätzliche Haushaltsmittel geht das nicht“, erklärt Dr. Sabine Weigand, denkmalpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, und fordert dafür gute, verbindliche Leitlinien.
Änderungsantrag Kommunen_Sakralbauten
Änderungsantrag Pilotprojekte und Stelle BLfD_Sakralbauten




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