Heilandskirche in Unterhaching Foto: Team Köhler

Kir­chen­um­nut­zung im Land­kreis Mün­chen unterstützen

Kom­mu­nen brau­chen Unter­stüt­zung, um Chan­cen zu nut­zen und Leer­stän­de zu vermeiden

Immer mehr Kir­chen­ge­bäu­de in Bay­ern ste­hen vor dem Aus: Bis 2035 könn­ten die Kir­chen der bei­den christ­li­chen Kon­fes­sio­nen rund die Hälf­te ihrer Gebäu­de nicht mehr hal­ten. Auch im Land­kreis Mün­chen wächst der Handlungsdruck.

Kir­chen­ge­mein­den und Kom­mu­nen ste­hen zuneh­mend vor der Her­aus­for­de­rung, trag­fä­hi­ge Nach­nut­zun­gen für Kir­chen­ge­bäu­de zu fin­den. Die Evan­ge­li­sche Kir­che trennt sich in unse­rem Land­kreis von vie­len Gebäu­den. In Sau­er­lach wur­de die Zachä­us­kir­che umge­stal­tet, in Haar die Jesus­kir­che und in Putz­brunn war Ende 2025 der letz­te Got­tes­dienst im öku­me­ni­schen Kir­chen­zen­trum St. Martin.

In mei­ner Hei­mat­ge­mein­de Unter­ha­ching muss­te die Evan­ge­li­sche Kir­che bereits zwei von drei Stand­or­ten auf­ge­ben. Es ist wich­tig, recht­zei­tig die Mög­lich­kei­ten der Nach­nut­zung aus­zu­lo­ten und die Kom­mu­nen zu unter­stüt­zen. Meis­tens prä­gen die­se Gebäu­de unse­re Orts­ker­ne und sind bereits wich­ti­ge Orte der Begeg­nung. Gleich­zei­tig bie­ten sie gro­ßes Poten­zi­al für neue, sinn­vol­le Nut­zun­gen vor Ort – etwa als Kultur‑, Bil­dungs- und Begeg­nungs­räu­men bis hin zu sozia­len Ein­rich­tun­gen. Wir dür­fen die Kom­mu­nen mit die­ser Auf­ga­be nicht allein las­sen“, sagt die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Clau­dia Köh­ler, seit über 35 Jah­ren Kir­chen­pfle­ge­rin der Evan­ge­li­sche Gemein­de Unterhaching.

Das The­ma Kir­chen­trans­for­ma­ti­on müs­se als gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be ver­stan­den wer­den, an der sich auch die Staat­re­gie­rung zu betei­li­gen habe.

Köh­ler hat mit ihrer Kol­le­gin Dr. Sabi­ne Weig­and des­halb zwei Haus­halts­an­trä­ge ein­ge­bracht, die Kom­mu­nen gezielt zu unter­stüt­zen: mit zusätz­li­chen För­der­mit­teln für die Sanie­rung und Umnut­zung ange­kauf­ter Kir­chen sowie für Pilot­pro­jek­te, die als Vor­bil­der für gelun­ge­ne Lösun­gen die­nen sollen.

Hin­ter­grund ist ein struk­tu­rel­ler Wan­del: Sin­ken­de Kir­chen­steu­er­ein­nah­men und hohe Unter­halts­kos­ten füh­ren dazu, dass immer mehr Gebäu­de auf­ge­ge­ben wer­den müs­sen. Gleich­zei­tig sind rund 85 Pro­zent der Kir­chen in Bay­ern denk­mal­ge­schützt – und das macht Umbau und Sanie­rung beson­ders teu­er. Vie­le Kom­mu­nen wol­len die Gebäu­de erhal­ten, schei­tern aber an der Finanzierung.

„Die Kom­mu­nen sind oft rat­los – wie sol­len sie bei klam­men Haus­hal­ten eine Kir­chen­sa­nie­rung finan­zie­ren, wel­che neue Nut­zung macht Sinn? Der Frei­staat hat die Auf­ga­be, sie jetzt in die­sem Pro­zess zu unter­stüt­zen, auch finan­zi­ell. Dazu gehört es, Pilot­pro­jek­te von Kir­chen­um­nut­zun­gen zu för­dern und sicht­bar zu machen. Und dazu gehört auch, För­der­mit­tel für Kom­mu­nen bereit­zu­stel­len, die ange­kauf­ten Kir­chen zu sanie­ren und ener­ge­tisch zu ertüch­ti­gen. Ohne zusätz­li­che Haus­halts­mit­tel geht das nicht“, erklärt Dr. Sabi­ne Weig­and, denk­mal­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen Land­tags­frak­ti­on, und for­dert dafür gute, ver­bind­li­che Leitlinien.

Ände­rungs­an­trag Kommunen_Sakralbauten

Ände­rungs­an­trag Pilot­pro­jek­te und Stel­le BLfD_Sakralbauten

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