Claudia Köhler fordert mit einem Haushaltsantrag eine zumindest teilweise Rücknahme der massiven Kürzungen beim Digitalbonus. Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage braucht das Programm keine Einschnitte, sondern eine verlässliche und bedarfsgerechte Finanzierung. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe sind auf diese Förderung angewiesen, um ihre digitale Transformation voranzutreiben, ihre IT-Sicherheit zu stärken und ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hatte den Digitalbonus noch im Dezember 2025 im Wirtschaftsausschuss ausdrücklich als erfolgreich und stark nachgefragt bezeichnet. Umso unverständlicher ist es, dass die Staatsregierung die Mittel nun deutlich kürzt – und damit ein widersprüchliches Signal an die Wirtschaft sendet. Statt Planungssicherheit schafft sie neue Unsicherheit und bremst Investitionen aus.
Auch die angekündigte Ausweitung des Digitalbonus auf die Freien Berufe wird nicht umgesetzt, wie das Wirtschaftsministerium auf Nachfrage der Grünen bestätigte. Damit bleibt eine zentrale Förderlücke bestehen – obwohl der Koalitionsvertrag 2023–2028 ausdrücklich eine Öffnung vorsieht.
Während andere kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden, gehen die Freien Berufe weiterhin leer aus – obwohl auch sie erhebliche Investitionen in digitale Infrastruktur, sichere IT-Systeme und moderne Verwaltungsprozesse stemmen müssen. In anderen Bundesländern wie Hessen sowie auf Bundesebene sind die Freien Berufe selbstverständlich Teil entsprechender Förderprogramme.
„Die Betriebe haben Verlässlichkeit statt Symbolpolitik verdient. Es braucht eine solide finanzielle Ausstattung, damit Förderzusagen nicht ins Leere laufen und alle betroffenen Branchen tatsächlich profitieren. Wer Digitalisierung vorantreiben möchte, kann im eigenen Haushaltsplan nicht gegenteilig handeln“, so Köhler, haushaltspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion. „Erfolgreiche Programme werden gekürzt, eigene Ankündigungen gestrichen – das ist für die betroffenen Betriebe bitter und nicht nachvollziehbar. Wir setzen uns dafür ein, dass die Mittel zumindest teilweise wieder aufgestockt und die zugesagte Ausweitung auf die Freien Berufe endliche umgesetzt wird.“
Den Haushaltsantrag finden Sie hier
Die Haushaltsberatungen zum Digitalbonus finden heute ab 13 Uhr statt und können im Live-Stream verfolgt werden: Sie können die Sitzungen im Live-Stream




Verwandte Artikel
Chance für Arbeitskräfte im Landkreis wahrnehmen!
Köhler und Dr. Büchler weisen auf regionale Unterschiede bei Arbeitserlaubnissen hin Hängt die Chance auf eine Arbeitserlaubnis davon ab, wo sie jeweils gestellt wird? Ein neues Gutachten der Universität Konstanz belegt…
Weiterlesen »
Hitzeaktionstag: „Jetzt planen kann morgen Leben retten“
Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags am 11. Juni fordert die Landtagsabgeordnete aus dem Landkreis München Claudia Köhler deutlich mehr Anstrengungen, die Bevölkerung vor starker Hitze zu schützen: „Extreme Hitze ist längst…
Weiterlesen »
Claudia Köhler und Dr. Markus Büchler sehen Verbraucherzentrale Bayern unter Druck: Beratungsstellen vor Ort in Gefahr
Von rund 20 Vollzeitstellen in der Beratung können derzeit vier nicht nachbesetzt werden. Die Folgen sind unmittelbar spürbar: weniger Beratungsangebote in München, Landshut, Kempten, Hof, Bamberg und Amberg. Bis zum…
Weiterlesen »