Versprochen, vertröstet, gestrichen?
In München leben ca. 1800 gehörlose Menschen, im Münchner Umland ca. 600. Dazu kommen weitere hörbehinderte Personen wie z.B. Spätertaube oder Schwerhörige.„Gehörlose Menschen sind ohne Hilfsmittel von der Kommunikation mit anderen völlig ausgeschlossen – am Arbeitsplatz, in der Freizeit, im Ehrenamt. Seit langem wird daher ein Gehörlosengeld diskutiert, um mehr Teilhabe für gehörlose und hochgradig schwerhörige Menschen zu ermöglichen. Kommunikation, Beratung und Austausch mit hörenden Menschen sind entscheidend, um Brücken zwischen hörenden und nicht hörenden Menschen zu bauen. Daran muss die ganze Gesellschaft ein Interesse haben,“ erklärt Claudia Köhler, haushaltspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen und Kreisrätin im Landkreis München.
In dieser Woche geht es daher zweimal um die Einführung des lange versprochenen Gehörlosengelds. Das Bayerische Blindengeldgesetz soll zu einem Bayerischen Blinden- und Gehörlosengeldgesetz weiterentwickelt werden. Am Freitag, 13. März, wird das Thema im Rahmen der Haushaltsberatungen des Freistaats diskutiert und ist im Livestream zu verfolgen.
Marion Seitz, 3. Bürgermeisterin von Aschheim und Landratskandidatin, ist Gebärdensprachdolmetscherin und einzige Ehrenstandesbeamtin in Bayern, die in Gebärdensprache Trauungen durchführen darf”. Sie unterstreicht die Bedeutung eines solchen Schrittes:
„In meiner täglichen Arbeit erlebe ich, mit welchen Hürden gehörlose Menschen konfrontiert sind – gerade bei wichtigen Gesprächen im Alltag. Gebärdensprachdolmetscher*innen, spezielle technische Hilfsmittel mit optischen statt akustischen Signalen oder Dolmetschende bei wichtigen Terminen sind oft unverzichtbar – zum Beispiel bei Beratungen, beim Notar oder beim Autokauf. Dies verursacht zusätzliche Kosten. Ein Gehörlosengeld wäre ein Ausgleich und wichtiges Signal der Anerkennung und würde die Teilhabe gehörloser Menschen deutlich stärken.“
Im Detail erklärt Claudia Köhler den Änderungsantrag der Grünen Abgeordneten:
„Wir fordern ein abgestuftes Gehörlosengeld je nach Behinderungsgrad, das Alltagshürden abbaut, und einen finanziellen Nachteilsausgleich für gehörlose und hochgradig hörgeschädigte Menschen – ähnlich wie es ihn für blinde Menschen schon lange gibt. Nach mehr als zehn Jahren Diskussion sei es Zeit, dass im Koalitionsvertrag angekündigte Vorhaben endlich umzusetzen und eine echte strukturelle Entlastung für Betroffene zu schaffen.“
Der Live·Stream ist auf dieser Internet·Seite zu sehen: Freitag 13.3., 9.15 Uhr
Medienecho:
GRÜNE fordern Umsetzung des Gehörlosengelds — Unser Würmtal




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