Gute Ideen aus der Praxis?
Die Landtags-Grünen haben einen eigenen Entwurf (s.u.) für ein „Bayerisches Kommunales Regelungsbefreiungsgesetz” (BayKommRegBefrG) in den Landtag eingebracht. Das Ziel: Alle Kommunen in Bayern sollen künftig versuchsweise selbst Bürokratie abbauen können.
CSU und FW stellen daraufhin ebenfalls einen Gesetzentwurf vor, der angeblich Abhilfe schaffen soll und Teile unserer Forderung aufnimmt – wie so oft allerdings nur halbe Sachen:
Johannes Becher: “Der wesentliche Unterschied ist, dass wir GRÜNE jeder Kommune in Bayern die Möglichkeit geben, sich von Regeln befreien zu lassen, wenn sie es vor Ort einfacher und besser können. CSU und FW dagegen wollen von oben selbst entscheiden, wer etwas ausprobieren darf, weil sie offensichtlich glauben, es aus München heraus besser zu wissen.“
Claudia Köhler, Abgeordnete, Kreisrätin und Gemeinderätin betont: „Ohne unsere Städte, Gemeinden, Landkreise und Bezirke läuft in Bayern gar nichts. Wenn die Kommune es besser kann als der Staat, dann soll sie es ab sofort auch besser machen dürfen. Wir brauchen Spielräume und einen Wettbewerb um die besten Entbürokratisierungsideen, um schneller, einfacher und wirksamer arbeiten zu können. Kleinteilige, bevormundende und nervenzehrende Vorgaben belasten alle Seiten.”
Wie sieht das im Grünen-Gesetzentwurf genau aus? Für Städte, Gemeinden, Landkreise und Bezirke können auf Antrag für einen begrenzten Zeitraum Abweichungen von Rechtsvorschriften des Landes zugelassen werden. So kann getestet werden, wie Verwaltungsverfahren beschleunigt, vereinfacht und kostengünstiger erledigt werden können.
CSU und FW wollen hingegen aber die Zügel in der Hand behalten und per separater Rechtsverordnung für jede Modellregion selbst bestimmen, wer und was genau ausprobiert werden darf. Man würde sich kaum wundern, wenn am Ende die Modellregionen ganz zufällig hauptsächlich von CSU und FW regiert werden. Vermutlich deshalb hat man den Gesetzentwurf zwar vor der Kommunalwahl angekündigt, darüber entschieden wird aber erst weit nach der Wahl – wenn final feststeht, wer wo regiert und sich aus Sicht der Staatsregierung als einer Modellregion würdig erweist.
“Immerhin haben sich CSU und FW für ihr Modellregionengesetz von unserem Entwurf zum Regelungsbefreiungsgesetz inspirieren lassen. Schön wäre es, man könnte auch gleich mal einen Antrag der Opposition übernehmen oder einen Kompromiss finden statt gute Vorschläge pauschal abzulehnen. Das wäre ehrlich und würde auch bei den Bürgerinnen und Bürgern zu weniger Zweifeln an guter Politik führen,” so Claudia Köhler.
Gesetzentwurf-Kommunales-Regelbefreiungsgesetz




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