Foto: Lukas Barth

Pan­da-Mit­tel sper­ren, bis Fol­ge­kos­ten klar sind! 

Ant­wort auf Grü­nen-Anfra­ge zeigt: 18 Mil­lio­nen Bau­kos­ten, bis zu 10 Mil­lio­nen Leih­ge­bühr und kei­ner sagt, wer zahlt 

Die Staats­re­gie­rung plant, 18 Mil­lio­nen Euro für das neue Pan­da-Gehe­ge bereit­zu­stel­len. Finan­ziert wird das Gan­ze über den Haus­halts­ti­tel „Maß­nah­men zur För­de­rung des Tou­ris­mus ein­schließ­lich Sai­son­ver­län­ge­rung“, zeigt eine Anfra­ge zu den Pan­da Kos­ten . Pikant: Der Titel ist der­sel­be wie bei der tou­ris­ti­schen Infra­struk­tur­för­de­rung (RÖFE) – aber dies­mal gel­ten die RÖFE-Richt­li­ni­en aus­drück­lich nicht.

Zum Ver­gleich: Der durch­schnitt­li­che För­der­satz bei RÖFE lag in den letz­ten fünf Jah­ren bei 56 Pro­zent. Beim Pan­da-Pro­jekt über­nimmt der Frei­staat die Bau­kos­ten als Ein­zel­fall­för­de­rung nach Art. 23 und 44 Bay­HO. Und dazu kom­men die lau­fen­den Kosten.

Übli­cher­wei­se ver­langt Chi­na für Gro­ße Pan­das eine Arten­schutz­ge­bühr von 500.000 Euro pro Tier und Jahr. Bei zwei Tie­ren und einer Leih­dau­er von zehn Jah­ren reden wir von min­des­tens 10 Mil­lio­nen Euro zusätz­lich. Wer die­se Sum­me ab 2028 zahlt? Offen. Die Staats­re­gie­rung nennt kei­ne Zah­len und kei­nen Kostenträger.

Clau­dia Köh­ler, Spre­che­rin für Haus­halt der Land­tags-Grü­nen: „Zwei Pan­das für den Tier­park Hel­la­brunn – das klingt nach Flausch und Fotos. Tat­säch­lich geht es wie­der mal um teu­re Show­po­li­tik und ein gro­ßer Teil der Kos­ten, der auf Bay­ern zukommt, liegt noch immer nicht auf dem Tisch. Wir wol­len kei­nen Blan­ko­scheck für Bambus-Prestige!“

Die Land­tags-Grü­nen wer­den daher dem­nächst im Haus­halts­aus­schuss bean­tra­gen (Antrag Pan­das), die 9 Mil­lio­nen Euro pro Jahr für 2026 und 2027 zu sper­ren – ins­ge­samt 18 Mil­lio­nen Euro – bis alle Fol­ge­kos­ten trans­pa­rent auf dem Tisch lie­gen. Außer­dem for­dern wir, dass die Inhal­te des Ver­trags, der im Bei­sein von Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder und dem chi­ne­si­schen Bot­schaf­ter Deng Hong­bo unter­zeich­net wur­de, und eine Über­sicht über die Fol­ge­kos­ten dem Land­tag vor­ge­legt wer­den. Wir wol­len wis­sen, wel­che Zusa­gen die Staats­re­gie­rung gegen­über dem Tier­park Hel­la­brunn und der Chi­na Wild­life Con­ser­va­ti­on Asso­cia­ti­on (CWCA) oder ande­ren Insti­tu­tio­nen der Volks­re­pu­blik Chi­na gemacht hat.

Chris­ti­an Zwan­zi­ger, Spre­cher für Tou­ris­mus, macht klar: „Mar­kus Söders Pan­da-Lei­he wird die Kom­mu­nen teu­er zu ste­hen kom­men, wenn das Geld dann bei der Regio­nal­för­de­rung fehlt. Es geht um Haus­halts­klar­heit, um Prio­ri­tä­ten – und um die Fra­ge, ob Steu­er­geld in Pres­ti­ge­pro­jek­te fließt, wäh­rend Kom­mu­nen bei ech­ter tou­ris­ti­scher Infra­struk­tur um jeden Euro kämp­fen. Noch dazu will Mar­kus Söder sei­ne Pres­ti­ge-Pro­jek­te offen­bar wie­der mal ver­schlei­ern, wie die Staats­re­gie­rung durch die intrans­pa­ren­ten und unvoll­stän­di­gen Ant­wor­ten auf mei­ne Anfra­ge zeigt.”

Clau­dia Köh­ler: „Wir reden hier nicht über zwei Stoff­tie­re, son­dern über ein Pro­jekt mit offe­nem Preis­schild. 18 Mil­lio­nen Euro Bau­kos­ten sind beschlos­sen, ohne die not­wen­di­ge Zustim­mung des Land­tags – aber bei den lau­fen­den Mil­lio­nen schweigt die Staats­re­gie­rung. Wer Steu­er­geld aus­gibt, muss sagen, was es am Ende wirk­lich kos­tet. Solan­ge das nicht geklärt ist, drü­cken wir auf Pause.“

Medi­en­echo:

Söders Kuschel-pan­­das sind den Grü­nen zu teu­er ‑Press­rea­der

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