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Land­tags-Grü­ne for­dern Sanie­rungs­plan für Bayern

Katha­ri­na Schul­ze: „Die Staats­re­gie­rung lie­fert einen Haus­halts­ent­wurf ohne Kom­pass: Mit­tel für Zukunfts­auf­ga­ben schrump­fen, wäh­rend Stimm­kreis­ge­schen­ke explodieren.”

Am mor­gi­gen Mitt­woch bringt die Staats­re­gie­rung ihren lan­ge ver­zö­ger­ten Haus­halts­ent­wurf 2026/27 ins Ple­num. Die­se Ver­spä­tung hat Fol­gen: Kom­mu­nen, sozia­le Trä­ger, Ver­bän­de und Fami­li­en war­ten seit Mona­ten auf Planungssicherheit.

„Die Staats­re­gie­rung lie­fert einen Haus­halts­ent­wurf ohne Kom­pass: Die Mit­tel für Zukunfts­auf­ga­ben schrump­fen, von sozia­len The­men wen­det sie sich ab, wäh­rend gleich­zei­tig Stimm­kreis­ge­schen­ke an die Abge­ord­ne­ten durch die Frak­ti­ons­re­ser­ve explo­die­ren. Das sind völ­lig fal­sche Prio­ri­tä­ten”, stellt Katha­ri­na Schul­ze, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Land­tags-Grü­nen, fest.

Im sozia­len Bereich fällt das Kin­der­start­geld ad hoc weg, das lan­ge ver­spro­che­ne Gehör­lo­sen­geld wird erneut ver­scho­ben. Die Ansät­ze für Natur­schutz, den Arten- und Bio­top­schutz und die Umwelt­bil­dung blei­ben auf dem gekürz­ten Niveau des Vor­jah­res. Zugleich explo­diert die soge­nann­te Frak­ti­ons­re­ser­ve für 2026 auf die Rekord­hö­he von 110 Mil­lio­nen Euro, eine Stei­ge­rung um 57 Pro­zent in nur drei Jah­ren. Aus die­sem Topf finan­zie­ren CSU- und Freie-Wäh­ler-Abge­ord­ne­te (teils kurio­se) Mini­pro­jek­te* – wohl­ge­merkt nur in den eige­nen Stimmkreisen.

Clau­dia Köh­ler, Spre­che­rin für Haus­halt, sagt: „Wie­der ein­mal set­zen CSU und Freie Wäh­ler auf Eigen­in­ter­es­se und Macht­er­halt anstatt auf Wei­chen­stel­lung für ganz Bay­ern. Dabei müs­sen wir Bay­ern end­lich stra­te­gisch moder­ni­sie­ren, mit einem kla­ren Fokus auf Zukunfts­in­ves­ti­tio­nen in Kin­der, Umwelt und unse­re Land­krei­se und Gemein­den vor Ort.”

Die Land­tags-Grü­nen for­dern zudem einen umfas­sen­den Sanie­rungs­plan für Bay­ern, um mit drin­gend not­wen­di­gen Inves­ti­tio­nen in öffent­li­che Gebäu­de, Infra­struk­tur und Uni­ver­si­tä­ten den lang­jäh­ri­gen Sanie­rungs­stau end­lich sys­te­ma­tisch anzugehen.

Katha­ri­na Schul­ze: „Unse­re Poli­zei­dienst­stel­len schim­meln, Schu­len brö­ckeln, unse­re Muse­en sind maro­de. Die Staats­re­gie­rung hat not­wen­di­ge Maß­nah­men viel zu lan­ge auf­ge­scho­ben und nun hat Bay­ern einen gewal­ti­gen Sanie­rungs­stau. Es braucht jetzt einen kla­ren Fahr­plan: mit Prio­ri­tä­ten, kon­kre­ten Zeit­räu­men und ver­läss­li­cher Finan­zie­rung. Nur so las­sen sich die Inves­ti­ti­ons­lü­cken schlie­ßen und die Zukunfts­fä­hig­keit unse­res Lan­des sichern.“

Die Land­tags-Grü­nen schla­gen für Poli­zei­dienst­stel­len ein kon­kre­tes Pro­gramm vor: 870 Mil­lio­nen Euro für die kom­men­den fünf Jah­re, um die drin­gends­ten Män­gel zu beheben.

Ein wei­te­rer Schwer­punkt des Haus­halts ist neben der Nut­zung des Son­der­ver­mö­gens des Bun­des die bes­se­re Aus­stat­tung der Kom­mu­nen über baye­ri­sche Mit­tel aus der Rück­la­ge. Die Land­tags-Grü­nen hat­ten dies lang­jäh­rig gefor­dert und sich inten­siv dafür ein­ge­setzt, dass min­des­tens zwei Drit­tel der Bun­des­mit­tel nun in die Kom­mu­nen fließen.

Clau­dia Köh­ler: „Unse­re hart­nä­cki­ge For­de­rung nach einer Kom­mu­nal­mil­li­ar­de hat gewirkt. End­lich stärkt Bay­ern die Hand­lungs­fä­hig­keit der Städ­te und Gemein­den und sichert den Zusam­men­halt vor Ort. Das ist gut, über­deckt aller­dings nicht die gewal­ti­gen Lücken im Haus­halts­ent­wurf. Vie­le Pro­jek­te, die aus dem Son­der­ver­mö­gen finan­ziert wer­den – ins­be­son­de­re die Bau­maß­nah­men an Uni­ver­si­tä­ten – sind nicht zusätz­lich, son­dern set­zen nur Maß­nah­men fort, die teils lan­ge geplant waren. Zusätz­lich­keit ist ein Muss. Der Bund ver­schul­det sich nicht, damit Herr Söder und Co. sich mehr Luft im Haus­halt ver­schaf­fen kön­nen und ansons­ten wei­ter­wursch­teln wie bisher.”

„Alles in allem steckt in die­sem Haus­halts­ent­wurf viel Stück­werk, wenig Herz für Sozia­les und unse­re Natur und eini­ges an Eigen­nüt­zig­keit”, so Katha­ri­na Schul­ze. „Wer den Umwelt­etat auf Schrumpf­ni­veau belässt, trifft direkt die Men­schen. Wir brau­chen doch ein Mehr an Umwelt­bil­dung, finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für Kom­mu­nen, die Trink­was­ser­brun­nen auf­stel­len wol­len und Moo­re wie­der vernäs­sen, sowie Schutz­ge­bie­te pfle­gen – das sichert Lebens­qua­li­tät und Schutz für alle.

Beson­ders wich­tig ist mir: Kin­der und Fami­li­en dür­fen nicht die Zeche für die schie­fe Haus­halts­po­li­tik der Staats­re­gie­rung zah­len. Beim Kin­der­start­geld braucht es jetzt eine ein­kom­mens­ab­hän­gi­ge Über­gangs­lö­sung, um Fami­li­en über die Weih­nachts­zeit die größ­ten Sor­gen zu nehmen.”

 

Hin­weis:

*Bei­spie­le für den Ein­satz der Frak­ti­ons­re­ser­ve in den ver­gan­ge­nen Jah­ren fin­den Sie hier:

Hecke 

Cheer­lea­ding 

Skulp­tur eines Bullen

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