Foto: Team Köhler

“Mein” Hel­fer­kreis Asyl im Baye­ri­schen Land­tag — 10 Jah­re ech­te Integration

Über die­se Besu­cher­grup­pe habe ich mich ganz beson­ders gefreut: Der Hel­fer­kreis Asyl aus Unter­ha­ching besuch­te mich im Baye­ri­schen Land­tag. Seit 2015 bin ich dort Mit­glied. Eini­ge Jugend­li­che ken­ne ich noch als klei­ne Babys, vie­le der Müt­ter seit ihrer Ankunft in Unter­ha­ching. Schon vor mei­ner Zeit als Abge­ord­ne­te habe ich mich „spe­zia­li­siert“ und in einem Team von Ehren­amt­li­chen aus­schließ­lich um Arbeits­ver­mitt­lung für Geflüch­te­te bemüht. Ich war schon damals über­rascht, wie auf­ge­schlos­sen die Unter­neh­men waren und wie gut das auf Anhieb geklappt hatte.

Allein in den ers­ten drei Jah­ren konn­ten wir 130 Mal Arbeit ver­mit­teln. Zur Wahr­heit gehört aber auch, dass Arbeits­ge­neh­mi­gun­gen nur schwer erteilt wur­den – an sog. „siche­re Her­kunfts­län­der“ über­haupt nicht — und dass vie­len Mitarbeiter*innen nach der Ein­ge­wöh­nung sogar die Geneh­mi­gun­gen wie­der genom­men wur­den. Das war schon damals völ­lig kon­tra­pro­duk­tiv und kei­ne gute Vor­aus­set­zung für gelin­gen­de Integration.

Das Land­rats­amt Mün­chen unter­stütz­te stets, dass die Men­schen nicht zum Rum­sit­zen ver­dammt sind, orga­ni­sier­te run­de Tische und half bei büro­kra­ti­schen Hürden.

Die­se Bemü­hun­gen mach­te die Lan­des­po­li­tik unter der CSU-Regie­rung von Anfang an zunich­te und warf den Geflüch­te­ten, den Ehren­amt­li­chen und den Unter­neh­men Prü­gel zwi­schen die Bei­ne. Unter­neh­men wur­den mit For­mu­la­ren über­häuft, meh­re­re Stel­len muss­ten vor Arbeits­be­ginn geneh­mi­gen, Aner­ken­nungs­ver­fah­ren aus­län­di­scher Qua­li­fi­ka­tio­nen dau­ern in Bay­ern ewig.

Die Staats­re­gie­rung und die CSU auf allen Ebe­nen ist wei­ter­hin mehr mit dem The­ma Abschie­bung statt Inte­gra­ti­on beschäf­tigt. Der Minis­ter­prä­si­dent und der Innen­mi­nis­ter ver­kün­den — fast schon stolz- Zah­len der abge­scho­be­nen Flücht­lin­ge. Kei­ne Empa­thie für die geflüch­te­ten Men­schen. Chan­cen, die die­se Men­schen für unser Land brin­gen könn­ten, wer­den nicht ergriffen.

Als Land­tags­ab­ge­ord­ne­te errei­chen mich sehr oft Hil­fe­ru­fe, wenn Unter­neh­men ihre Kräf­te behal­ten wol­len. Ich wen­de mich dann meist direkt an die Behör­de oder an den Inte­gra­ti­ons­be­auf­trag­ten, mal mit und lei­der auch mal ohne Erfolg.

Trotz­dem – die Fami­li­en, die mich zusam­men mit den Asyl­hel­fern und ‑hel­fe­rin­nen besucht haben, haben es geschafft. Sie spre­chen super Deutsch, haben Arbeit und enga­gie­ren sich teil­wei­se schon selbst ehren­amt­lich. Das soll uns lei­ten, freu­en wir uns über das, was gelingt und las­sen wir mit­ein­an­der nicht locker!

 

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