Anfra­ge der Grü­nen aus dem Land­kreis: For­schungs­re­ak­tor FRM II steht wei­ter still

13 Jah­re nach der Bestel­lung:  Ersatz für den Zen­tral­ka­nal immer noch nicht fertig

Über­ra­schen­des för­der­te eine Schrift­li­che Anfra­ge der Abge­ord­ne­ten Mar­kus Büch­ler, Clau­dia Köh­ler und Mar­tin Stümp­fig zum aktu­el­len Zustand des Gar­chin­ger For­schungs­re­ak­tors FRM II zu Tage. Klar ist nun: der Gar­chin­ger Reak­tor wird – ent­ge­gen mehr­fa­chen Ankün­di­gun­gen – auch in die­sem Jahr wie­der nicht in Betrieb gehen. Ursa­che ist ein seit fast vier Jah­ren defek­ter Zen­tral­ka­nal, des­sen Ersatz bis heu­te weder fer­tig­ge­stellt noch ein­ge­baut ist.

„Ver­blüf­fend ist vor allem, dass die ers­te Auf­trags­er­tei­lung für einen neu­en Ersatz­ka­nal bereits im Jahr 2012 erfolg­te, also vor mehr als 13 Jah­ren“, so Dr. Mar­kus Büch­ler, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter der Grü­nen aus Ober­schleiß­heim. Die­se frü­he Auf­trags­er­tei­lung sei einer­seits logisch, da allen Betei­lig­ten bewusst war, dass der Zen­tral­ka­nal regel­mä­ßig erneu­ert wer­den muss. „Völ­lig unver­ständ­lich ist aber, wie­so es in 13 Jah­ren nicht gelun­gen ist, ein wei­te­res Exem­plar die­ses Zen­tral­ka­nals her­zu­stel­len, etwas was ja offen­sicht­lich vor mehr als 20 Jah­ren noch mög­lich war“, so Dr. Büch­ler wei­ter. „Das ver­stärkt die Zwei­fel am Manage­ment des FRM II, die in den letz­ten Jah­ren ja auch durch einen erheb­lich ver­zö­ger­ten Brenn­ele­mente­trans­port und durch einen Radio­ak­ti­vi­täts­un­fall wei­te­re jah­re­lan­gen Still­stands­zei­ten zu ver­ant­wor­ten haben.“

Trotz der Beant­wor­tung der Schrift­li­chen Anfra­ge bleibt aus Sicht der Grü­nen Abge­ord­ne­ten wei­ter­hin vie­les unklar, so Clau­dia Köh­ler MdL, haus­halts­po­li­ti­sche Spre­che­rin ihrer Frak­ti­on: “War­um brauch­te man nach der fest­ge­stell­ten Lecka­ge am Zen­tral­ka­nal fast ein­ein­halb Jah­re, um die Ent­schei­dung zu tref­fen, dass die­ser Kanal aus­ge­tauscht wer­den soll? War­um hat man das Know-how der Her­stel­lung eines Zen­tral­ka­nals nicht gesi­chert, wenn klar war, dass man die­ses Bau­teil mehr­fach wech­seln muss? Wer ist dafür ver­ant­wort­lich, dass man die­sem The­ma über acht Jah­re „nicht mit höchs­ter Prio­ri­tät“ ver­folgt hat, obwohl es offen­sicht­lich erheb­li­che tech­ni­sche Pro­ble­me gab?”

Clau­dia Köh­ler, MdL stellt wei­ter­hin in Fra­ge, ob die TU Mün­chen und die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung über­haupt in der Lage sind am FRM II eine For­schungs­um­ge­bung zu schaf­fen, die eine soli­de Neu­tro­nen­for­schung ermög­licht. „Rund 400 Mit­ar­bei­ter­en­de, dar­un­ter 130 Wis­sen­schaft­le­rIn­nen ver­die­nen ihr Geld an einem seit 2020 still­ste­hen­den Reak­tor und ein hoher zwei­stel­li­ger Mil­lio­nen­be­trag wird jähr­lich für eine unge­nutz­te For­schungs­ein­rich­tung aus­ge­ge­ben. Und die Zukunft ist wei­ter ungewiss.“

„Die erstaun­li­che Ant­wort auf unse­re Anfra­ge wirft noch mehr Fra­gen als bis­her schon auf“, erklä­ren die bei­den Abge­ord­ne­ten und kün­di­gen daher eine wei­ter­ge­hen­de Anfra­ge an die Staats­re­gie­rung an.

Schrift­li­che Anfra­ge Ersatz Zen­tral­ka­nal am FRM Garching

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