Dass an den Gewinnen aus Windkraft Kommunen und Bürger und Bürgerinnen verpflichtend beteiligt werden, fordern die Abgeordneten Claudia Köhler und Dr. Markus Büchler.
So stellte Köhler in der vergangenen Woche im Haushaltsausschuss einen Grünen Gesetzentwurf und Anträge vor, die genau das endlich verbindlich regeln sollen. „Wir wollen, dass die Gewinne dort aufschlagen, wo sie produziert werden und nicht anderswo. Und dafür wollen wir ein klares „Muss“, nicht bloß ein „Soll“ je nach Wunsch des Investors“, so Köhler, die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag.
Der Grüne Gesetzentwurf für ein echtes Bayerisches Bürgerenergiegesetz hat das verbindliche Ziel, in den Windkraft-Gemeinden Vorteile zu schaffen: Für die Kommunen und die Menschen vor Ort soll es verbindlich die Möglichkeit der Beteiligung an Wind- und Solarprojekten geben. Damit die Energiewende nicht über ihre Köpfe hinweg passiert, sondern gemeinsam mit ihnen gelingt.
Ihren ersten Gesetzentwurf aus dem Frühjahr mussten die Regierungsfraktionen CSU und FW nach massiver Kritik der Verbände zurücknehmen. Danach hatte der Ministerpräsident im Sommer 2025 groß angekündigt: „Natürlich bleibt es beim Thema Wind bei der Bürgerbeteiligung.“ Der neue Gesetzentwurf von CSU/FW formuliere allerdings ein „windelweiches Soll“, kein „Muss“, so Köhler. Daher brachten die Grünen Änderungsanträge und einen eigenen verbindlichen Gesetzentwurf ein. Im Fachausschuss Energie und Wirtschaft verunglimpfte der CSU-Berichterstatter die verpflichtende Bürgerbeteiligung gar als „Scheißdreck“, was die Grünen fassungslos macht.
„Wir sehen an einigen Projekten, dass eine ganze Region gewinnt, wo Menschen teilhaben. Wenn Bürgerinnen und Bürger direkt profitieren, steigen das Verständnis und die Zustimmung enorm. Das Beteiligungskontingent von 6 Mio. Euro im Hofoldinger Forst war z.B. nach guten 2 Stunden schon vergeben, das Eröffnungsfest ein voller Erfolg. Wir wünschen uns mehr Bürgerenergie auch für den Rest des Landkreises, zum Beispiel im Perlacher Forst“, so Büchler.
Die Beteiligung der Kommunen ist im Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen sehr eng gefasst und dürfte somit nur zur Steigerung der Akzeptanz der Energieprojekte ausgegeben werden.
„Diese Bevormundung brauchen wir nicht“, so Köhler. „Warum soll ein Gemeinderat nicht entscheiden können, dass Gewinne aus Windkraft in die Sanierung des kommunalen Schwimmbads, einer Schule, einen Bürgerbus oder in Kultur fließen oder einfach die gemeindlichen Abgaben für die Bürgerinnen und Bürger senken?“
Der Vorschlag der Grünen gebe Kommunen echte Wahlmöglichkeiten: Ob Energiegenossenschaften, Bürgergesellschaften oder direkte finanzielle Beteiligung – jede Gemeinde soll selbst entscheiden, wie Bürgerenergie bei ihr am besten umgesetzt wird und in welche Projekte die Einnahmen fließen.
Dass echte Bürgerenergie wirkt, zeigt ein Beispiel aus dem Oberallgäu: In Wildpoldsried haben Bürgerinnen und Bürger, Kommune und lokale Betriebe gemeinsam in erneuerbare Projekte investiert. Heute erzeugt Wildpoldsried ein Vielfaches seiner eigenen Energie und finanziert davon moderne Infrastruktur, Vereine, Kulturangebote und Gemeindeprojekte.
„Unser Ziel ist eine Energiewende, die den Menschen etwas zurückgibt und verbindet statt spaltet“, so die Abgeordneten.
Gesetzentwurf der Grünen, Drs. 19/6905 vom 03.06.2025
Änderungsanträge zum Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen:
Drs. 19/4816
Drs. 19/4817




Verwandte Artikel
Landtags-Grüne fordern Sanierungsplan für Bayern
Katharina Schulze: „Die Staatsregierung liefert einen Haushaltsentwurf ohne Kompass: Mittel für Zukunftsaufgaben schrumpfen, während Stimmkreisgeschenke explodieren.” Am morgigen Mittwoch bringt die Staatsregierung ihren lange verzögerten Haushaltsentwurf 2026/27 ins Plenum. Diese…
Weiterlesen »
Zukunft vernetzen – Zu Besuch bei Cisco in Garching
Anfang der Woche bot sich für die Landtagsabgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Stephanie Schuhknecht, Claudia Köhler, Dr. Markus Büchler, Benjamin Adjei und Christian Hierneis die Gelegenheit, das Cisco Office in…
Weiterlesen »
Kostenexplosion beim Hubschrauber-Umzug auf 100 Mio Euro!
Büchler und Köhler: Geld besser in Polizeiinspektionen investieren Aus einer aktuellen Anfrage der Grünen im Bayerischen Landtag geht hervor, dass der Umzug der bayerischen Polizeihubschrauber vom Flughafen München zum Flugplatz…
Weiterlesen »