Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck wollte die Energie günstiger machen. Er legte dafür ein umfangreiches Konzept vor, das aber in der damaligen Ampel-Regierung nicht mehrheitsfähig war. Die Union lehnte den Vorschlag eines vergünstigten Industriestrompreises damals empört ab, ohne konstruktive Gegenvorschläge zu bringen.
Das Konzept unter dem Titel Wettbewerbsfähige Strompreise für die energieintensiven Unternehmen in Deutschland und Europa sicherstellen schlägt einen zweistufigen Industriestrompreis vor.
Ein Transformationsstrompreis, d.h. Strom aus erneuerbaren Energien soll für die Industrie preisgünstig bereitgestellt werden. Erneuerbare Energien sollen gezielt energieintensiven Unternehmen zugänglich gemacht werden, zu wettbewerbsfähigen Preisen. Da dieser Prozess aber langfristig angelegt ist, braucht es kurzfristigere Lösungen.
Dafür schlug Habeck, um die Zwischenphase bis 2030 mit einer intakten Grundstoffindustrie und neuen Zukunftsunternehmen zu erreichen, einen Brückenstrompreis von 6 Cent pro Kilowattstunde vor für einen klar definierten Empfängerkreis, der aus öffentlichen Mitteln finanziert werden muss.
Nach dem Scheitern der Ampel hoffte Habeck auf die Zustimmung der Union für den Nachtragshaushalt. Diese aber verweigerte die Zustimmung.
Jetzt, noch nicht einmal ein Jahr später, kündigt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in Berlin an, Unternehmen mit besonders hohem Energiebedarf ab dem kommenden Jahr durch einen staatlich subventionierten Industriestrompreis zu entlasten. Der vergünstigte Preis von etwa fünf Cent pro Kilowattstunde soll für die Jahre 2026 bis 2028 gelten.
Unternehmen in Deutschland klagen seit langem über im internationalen Vergleich hohe Strompreise. Firmen seien daher nicht wettbewerbsfähig. Auch die IG Metall warnte, ohne wettbewerbsfähige Energiepreise drohten Zehntausende Arbeitsplätze verloren zu gehen. Die hohen Energiepreise sind vor allem für die Stahlindustrie ein Problem.
Claudia Köhler: “An diesem Beispiel zeigt sich wieder einmal mehr, dass die damalige Opposition der CDU/CSU zu keinem konstruktiven Handeln fähig ist. Während die Grünen dem Sondervermögen zugestimmt haben, um Schaden vom Land abzuwenden und die Infrastruktur zu ertüchtigen, stimmten Unionspolitiker*innen aus Prinzip keinem Konzept aus dem Hause Habeck zu. Und das, ohne eigene Vorschläge zu bringen. Jetzt schämen sie sich nicht einmal, damit zu prahlen, den damals abgelehnten Industriestrompreis wenige Monate später selbst einzuführen. Die Wirtschaft könnte längst damit arbeiten, hätte die Union gleich zugestimmt.”
Viel wichtiger als Subventionen sind jedoch der zügige Ausbau der erneuerbaren Energien und vor allem der zügige Ausbau der Verteilungs‑, Speicher- und Reservekapazitäten. Dieser notwendige ‘doppelte’ Ausbau macht zwar kurzfristig den Strom teurer, mittel — und langfristig werden die Erzeuger erneuerbaren Energien die Gewinner im Stromwettbewerb sein.
Zustimmen muss dazu noch die EU-Kommission, weil es sich um eine Beihilfe handelt.
Das gesamte Konzept finden Sie hier:




Verwandte Artikel
Tradition trifft Blasmusik — Das war der Oide Wiesn-Wettbewerb 2026
Schon zum zweiten Mal hieß es “Tradition trifft Blasmusik” im Festzelt Tradition auf der Oiden Wiesn. Als geschäftsführende Präsidentin des Musikbunds MON (Ober- und Niederbayern) war es mir eine große…
Weiterlesen »
Landkreis Eichstätt: Bezirksumlage soll 2027 auf rund 51 Millionen Euro steigen – MdL Köhler und Bezirksrat Siebler fordern Hilfe vom Freistaat
GRÜNE: Statt Milliarden in der Rücklage zu parken, muss der Freistaat die Kommunen entlasten Auf den Landkreis Eichstätt kommt 2027 eine Bezirksumlage von voraussichtlich rund 51,2 Millionen Euro zu. Das…
Weiterlesen »
Beitrag in einfacher Sprache: Wieder mehr Musik an Bayerns Schulen!
In Bayern gibt es seit 2024 weniger Musik·Unterricht in den Schulen. Der Grund ist eine Studie zu tun. Die Studie heißt Pisa·Studie. Bei der Pisa·Studie machen alle Schüler und Schülerinnen den…
Weiterlesen »