Foto: Lukas Barth

Struk­tu­rel­les Ungleich­ge­wicht lösen

Die Spit­zen­ge­sprä­che zum kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich kom­men­tiert Clau­dia Köh­ler, Spre­che­rin für Haus­halt der Landtags-Grünen:

Die Hand­lungs­fä­hig­keit unse­rer Kom­mu­nen ist ent­schei­dend für die Demo­kra­tie. Dort ent­steht Ver­trau­en in die öffent­li­che Hand oder eben nicht. Des­we­gen ist es gut, dass die von uns Grü­nen gefor­der­te Kom­mu­nal­mil­li­ar­de fast erreicht (846 Mio. Euro) und der gefor­der­te kom­mu­na­le Anteil am Son­der­ver­mö­gen des Bun­des mit 60 – 70 Pro­zent erfüllt wurde.

In der Kom­mu­nal­mil­li­ar­de for­dern wir mehr Mit­tel für Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen, aus­kömm­li­che Finan­zie­rung der staat­li­chen Auf­ga­ben an den Land­rats­äm­tern, genü­gend Mit­tel für die Pflicht­auf­ga­ben der Bezir­ke und eine Auf­sto­ckung der För­de­rung für für Schul­bau- und Schul­bau­sa­nie­rung.  Die genaue Zusam­men­set­zung der Kom­mu­nal­mil­li­ar­de fin­den Sie hier Übersicht_Kommunalmilliarde.

Gut ist, dass end­lich den Bezir­ken gehol­fen wird und damit indi­rekt auch den Land­krei­sen und Gemein­den. Gut ist auch, dass der Anteil am all­ge­mei­nen Steu­er­ver­bund steigt, aller­dings wäre hier wesent­lich mehr not­wen­dig. Den not­wen­di­gen Anstieg bei den Bedarfs­zu­wei­sun­gen ret­ten die Son­der­mit­tel des Bundes.

In ande­ren Berei­chen, wie den Sta­bi­li­sie­rungs­mit­teln, ret­tet das Son­der­ver­mö­gen des Bun­des die finanz­schwa­chen Kommunen.

“Schul­dig bleibt die Staats­re­gie­rung Ideen, wie die Kos­ten und das struk­tu­rel­le Ungleich­ge­wicht der Kom­mu­nen mit­tel- und lang­fris­tig zu lösen sind. Nur auf den Bund zu ver­wei­sen, ist bil­lig: Die Staats­re­gie­rung hat schließ­lich im Bun­des­rat den schon lan­ge nicht mehr trag­fä­hi­gen Struk­tu­ren zuge­stimmt. Die CSU ist in der Bun­des­re­gie­rung, ich erwar­te ernst­haf­te Vor­schlä­ge, die nicht nur zulas­ten der klei­nen Leu­te gehen.“

Sebas­ti­an Wei­sen­bur­ger, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Die Grünen/Rosa Liste/Volt Mün­chen, betont eben­falls das Feh­len einer struk­tu­rel­len Lösung für die Zukunft der Städte:

„Bay­ern will den Kom­mu­nen 2026 mehr Geld geben — das ist zwin­gend not­wen­dig, aber lan­ge nicht genug. Ein gro­ßer Teil des ver­spro­che­nen Gel­des wird über soge­nann­te Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen ver­teilt. Davon bekommt Mün­chen jedoch genau null Euro ab. Viel schwer­wie­gen­der ist aber: Es läuft struk­tu­rell etwas falsch. Kom­mu­nen müs­sen ein Vier­tel der Auf­ga­ben schul­tern, bekom­men aber nur ein Sieb­tel der Steu­er­ein­nah­men. Die­ses Sys­tem schei­tert gera­de mit Ansa­ge. Wir brau­chen als Kom­mu­ne einen fai­ren Anteil an den Steu­er­ein­nah­men. Die Söder-Regie­rung klopft sich selbst­ge­recht auf die Schul­ter, ver­schweigt dabei aber, dass sie den Kom­mu­nen eige­ne Ein­nah­me­mög­lich­kei­ten wie eine Über­nach­tungs­steu­er oder eine Steu­er gegen Grund­stücks­spe­ku­lan­ten gera­de erst ver­bo­ten hat. Von einer dau­er­haft trag­fä­hi­gen und zukunfts­fes­ten Lösung für uns als Kom­mu­ne blei­ben wir wei­ter mei­len­weit entfernt.“

 

Hin­ter­grund:

Wei­te­re detail­lier­te For­de­run­gen und State­ments der Land­tags-Grü­nen zur Aus­stat­tung der Kom­mu­nen in Bay­ern fin­den Sie hier:

State­ment zur Steu­er­schät­zung | Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Land­tag Bayern

Finan­zi­el­le Lage der Kom­mu­nen | Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Land­tag Bayern

Mil­li­ar­den auf der hohen Kan­te – und Kom­mu­nen im Kri­sen­mo­dus? Nicht mit uns! | Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Land­tag Bayern

sie­he unter ande­rem auch:

„Lee­re Kas­sen, vie­le Pflich­ten, wenig Frei­heit: Gebt den Kom­mu­nen ihre Zukunft zurück!“ – mei­ne Rede zur aktu­el­len Stunde

Verwandte Artikel