Auf ihrer Wassertour durch die bayerische Heimat inspizierten die Abgeordneten Christian Hierneis, Markus Büchler und Claudia Köhler mit interessierten Anwohnerinnen und Anwohnern den Hachinger Bach zwischen Taufkirchen

Foto: Team Köhler
und Unterhaching. Die Landtagsabgeordneten des Landkreises München Claudia Köhler und Dr. Markus Büchler luden gemeinsam mit dem Sprecher für Umwelt der Landtags-Grünen Christian Hierneis zur Ortsbegehung ein. Wie ist die Wasserqualität? Wo braucht es besseren Schutz gegen Hochwasser? Wieviel Förderung gibt es? Wer ist zuständig? Was muss passieren?
Startpunkt war Taufkirchen. Gleich zu Beginn zeigte sich der größte Feind des Hochwasserschutzes, die verschiedenen politischen Interessen. Im Falle von Taufkirchen bedeutet das: dringend benötigter Wohnraum versus Hochwasserschutz.
Viele Gemeinden in Bayern entlang von Bächen und Flüssen, gerade im Ballungsraum, haben keine Entwicklungsgebiete mehr — außer eben nah am Wasser. Deshalb wurde dort oft schon in den vergangenen Jahrzehnten — teilweise entgegen der eigentlichen gesetzlichen Vorgaben mit Ausnahmegenehmigungen — Bebauung zugelassen.
So schilderten teilnehmende Anwohner*innen aus Taufkirchen ihren Widerstand gegen die geplante Änderung des Flächennutzungsplans für die freie Ackerfläche am Hachinger Bach.
Wir folgten dem Bachlauf bis Unterhaching. Dort läuft der Bach in einem Kanalbett, teilweise unterirdisch neben einer viel befahrenen Straße. Im Ortskern läuft der Bach direkt an den Häusern vorbei. Gebaut wurde in einer Zeit, in der man noch dachte, dass Jahrhunderthochwasser wirklich nur alle hundert Jahre kommen — ein schmerzhafter Irrtum, wie wir die letzten Jahre sehen mussten.
Viele Eigentümer*innen sind nicht ausreichend versichert. Es gibt immer wieder die Forderung, die Elementarschäden-Versicherung gegen Hochwasser gesetzlich für alle vorzuschreiben, im Bayerischen Haushaltsgesetz steht dies sogar als Bedingung für den Erhalt von Mitteln bei Hochwasserschäden. Aber die Versicherungen wehren sich verständlicherweise gegen solch eine Verpflichtung, da die Schäden sehr hoch sind. Zudem würden die Versicherungsprämien sehr hoch ansteigen. Ein heute tragisches Dilemma, weil man nicht rechtzeitig auf die Erkenntnisse der Wissenschaft gehört hat.
Kritisch sieht Claudia Köhler die Entschädigungspraxis für einzelne Landkreise bei Überschwemmungsschäden an Häusern: “Immer wieder wird nur punktuell in einzelnen Landkreisen für Hochwasserschäden entschädigt. Erstens braucht es eine gerechte Verteilung für ganz Bayern und zweitens muss endlich deutlich mehr Geld rechtzeitig in den Hochwasserschutz investiert werden.”
Wir Grüne fordern auf allen politischen Ebenen, solch wichtige Aufgaben wie den Hochwasserschutz interkommunal anzugehen. Uns im Gemeinderat Unterhaching lag schon 2014 ein Hochwasserschutzkonzept vor, dass Anrainerkommunen wegen der hohen Kosten damals ablehnten. Nachdem nun die Landeshauptstadt den größten Anteil übernehmen würde, ist die Zusammenarbeit der Gemeinden von Oberhaching bis München wieder aktuell geworden. Im Gemeinderat drängen wir Grüne auf rasche Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen.
Christian Hierneis verweist bei der Begehung auch mehrfach auf den Wasseratlas:
“Dies ist ein gemeinsamen Projekt der Heinrich-Böll-Stiftung und des BUND, der darüber informiert, wie man Wasserökosysteme vor Übernutzung und Verschmutzung schützen kann und laufend fortentwickelt wird. Für Bayern gibt es dazu einen eigenen Regionalteil.”
Die bayerischen Landtags-Grünen haben einen Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Wassergesetzes in den Bayerischen Landtag eingebracht, damit Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und für die Menschen umgesetzt werden können.
- Foto: Team Köhler
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Weitere Informationen zu den wichtigsten Inhalten des Grünen-Gesetzentwurfs:
- Dem Schutz vor Hochwasser und Sturzfluten und dem Schutz des Grundwassers soll ein überragendes öffentliches Interesse und damit bei planerischen Abwägungen mehr Gewicht gegeben werden. Dabei soll sowohl beim Hochwasserschutz als auch beim Grundwasserschutz ökologischen Maßnahmen der Vorrang eingeräumt werden.
- Wir wollen Überschwemmungsgebiete den tatsächlichen Gegebenheiten anpassen und Hochwasserentstehungsgebiete, die Sturzflutrisiken bergen, ausweisen.
- Der Schutz des Grundwassers, um dessen Nutzung in einigen Gegenden Bayerns bereits ein Kampf begonnen hat, muss verbessert werden. Unbelastetes Tiefengrundwasser soll zudem als Trinkwasserschatz für künftige Generationen möglichst geschont werden.
- Wir brauchen einen anderen Umgang mit der Fläche. Wir wollen die Entwässerung und Austrocknung unserer Landschaften stoppen und das Regenwasser wieder in der Landschaft halten (Schwammlandschaften). Das schützt vor Hochwasser und Trockenheit gleichzeitig.
- Wir wollen zur Sicherung unseres Grundwassers vor schädlichen Einträgen eine beschleunigte Ausweisung von mehr Trinkwasserschutzgebieten und ein Verbot von Pestiziden und Dünger am Ufer unserer Bäche und Flüsse.
- Wir wollen endlich wissen, wer wo wie viel Grundwasser entnimmt, und das in digitalisierten und öffentlich zugänglichen elektronischen Wasserbüchern dokumentieren. Das ist gleichzeitig die Voraussetzung für die Einführung eines Wasserentnahmeentgelts („Wassercent“).
- Wir wollen die Wasserverschwendung in unseren Bergen durch neue Beschneiungsanlagen beenden.








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