Clau­dia Köh­ler und Dr. Mar­kus Büch­ler legen Wider­spruch ein: Kein Trans­port von hoch­an­ge­rei­cher­tem Atom­müll aus Garching!

Das Bun­des­amt für die Sicher­heit der nuklea­ren Ent­sor­gung (BASE) geneh­migt einen Trans­port von zwei Spe­zi­al-Cas­to­ren mit beson­ders gefähr­li­chem, hoch­an­ge­rei­cher­tem radio­ak­ti­vem Atom­müll aus abge­brann­ten Brenn­stä­ben vom For­schungs­re­ak­tor FRM2 in Gar­ching bei Mün­chen ins Zwi­schen­la­ger nach Ahaus in Nord­rhein-West­fa­len. Kon­kre­te Zeit­punk­te und Fahr­stre­cken sind geheim, doch die Rou­te wird zwangs­läu­fig den nörd­li­chen Land­kreis Mün­chen betreffen.

Seit Jahr­zehn­ten ste­hen die hoch­an­ge­rei­cher­ten Brenn­ele­men­te aus Gar­ching in der Kri­tik, denn das Mate­ri­al ist poten­zi­ell atom­waf­fen­fä­hig und inter­na­tio­nal geäch­tet. Der FRM2 soll­te längst auf nied­rig ange­rei­cher­tes Uran umge­rüs­tet sein, was die TU Mün­chen mit Rücken­de­ckung der Staats­re­gie­rung vie­le Jah­re lang ver­schleppt hat.

Nun will die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung und die TU Mün­chen das Mate­ri­al in eine ande­re Lager­hal­le in NRW ver­schie­ben, weil das Brenn­ele­men­te-Lager am Stand­ort Gar­ching fast voll ist. Um den seit 5 Jah­ren still ste­hen­den Reak­tor nach der­zei­ti­ger Repa­ra­tur wie­der in Betrieb neh­men und dau­er­haft betrei­ben zu kön­nen, muss das Lager geleert wer­den, um neu­en Atom­müll lagern zu können.

“Uns fehlt wei­ter­hin eine kla­re Zusa­ge, wann der Reak­tor mit nied­rig ange­rei­cher­tem Uran umge­rüs­tet ist. Fer­ner sind die TUM und die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung offen­bar nicht bereit, auf den wei­te­ren Ein­satz von hoch­an­ge­rei­cher­tem Uran zu ver­zich­ten, bis die Umrüs­tung erfolgt ist. Ich befürch­te ohne­hin, dass uns TUM und CSU nur aus­trick­sen wol­len und eine Umrüs­tung des FRM2 nur vor­täu­schen, in Wahr­heit aber auf unbe­stimmt ver­schie­ben. Ich ver­mu­te, viel­mehr dass wei­ter­hin Atom­müll aus hoch­an­ge­rei­cher­tem, atom­waf­fen­fä­hi­gem, inter­na­tio­nal geäch­te­tem Mate­ri­al anhäu­fen wol­len. Das ist ver­ant­wor­tungs­los und in mei­nen Augen ille­gal. Solan­ge die Umrüs­tung nicht erfolgt ist, braucht auch der Atom­müll im nahe­zu vol­len Lager am Stand­ort Gar­ching nicht ange­fasst wer­den. Ledig­lich wären höhe­re Sicher­heits­stan­dards am Stand­ort in Gar­ching not­wen­dig”, so Dr. Mar­kus Büch­ler, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter von Bünd­nis 90/Die Grü­nen aus dem Land­kreis München.

“Der Trans­port des höchst gefähr­li­chen und hoch­ra­dio­ak­ti­ven Atom­mülls auf Hun­der­ten Kilo­me­tern Stra­ßen quer durch Bay­ern und Deutsch­land ist unver­ant­wort­lich. In Ahaus liegt das Mate­ri­al nicht bes­ser als in Gar­ching. Die TU Mün­chen und die Staats­re­gie­rung han­deln nach dem Prin­zip Sankt Flo­ri­an: Aus den Augen aus dem Sinn! Der strah­len­de Atom­müll ist aber nicht aus der Welt son­dern beschäf­tigt unser Land noch Hun­dert­tau­sen­de Jah­re lang, ins­be­son­de­re das beson­ders stark ange­rei­cher­te, ursprüng­lich rus­si­sche Mate­ri­al aus Gar­ching. Des­halb macht es mich fas­sungs­los, dass die TU und die CSU nun das Gar­chin­ger Lager lee­ren wol­len, um mun­ter wei­ter die­sen beson­ders gefähr­li­chen Atom­müll pro­du­zie­ren zu kön­nen. Erst abrüs­ten, dann auf­räu­men, sobald ein End­la­ger für den deut­schen Atom­müll gefun­den ist.” ergänzt Clau­dia Köh­ler, Land­tags­ab­ge­ord­ne­te von Bünd­nis 90/Die Grü­nen aus dem Land­kreis Mün­chen.  “Die Staats­re­gie­rung ver­drängt Pro­ble­me und das auf Kos­ten der Anwoh­ne­rin­nen und Anwohner!”

Zum Schutz der betrof­fe­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger legen die bei­den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten daher Wider­spruch gegen die Trans­port-Geneh­mi­gung ein.

Alle poten­zi­el­len Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner der gehei­men Trans­port­rou­te von Gar­ching nach Ahaus (NRW) kön­nen sich mit einer Ein­wen­dung an das

Bun­des­amt für die Sicher­heit der nuklea­ren Entsorgung
Wege­ly­stra­ße 8
10623 Berlin
Deutschland
info@base.bund.de

wen­den.

Mus­ter­ein­wen­dung:

 

Sehr geehr­te Damen und Her­ren, 

hier­mit erhe­be ich [Name, Vor­na­me] Wider­spruch gegen den am 25.08.2025 nach § 4 Atom­ge­setz zuguns­ten der Orano NCS GmbH erlas­se­nen Beför­de­rungs­ge­neh­mi­gung (Az.: GE 3 — 7584 — VS-NfD). 

Zur Ermög­li­chung der Erar­bei­tung der Wider­spruchs­be­grün­dung bean­tra­gen wir die Gewäh­rung von Akten­ein­sicht durch Zur­ver­fü­gung­stel­lung der Ver­wal­tungs­ak­te; hilfs­wei­se — bzw. ggf. vorab -

  • die Über­sen­dung digi­ta­ler Kopien der durch die Orano NCS ein­ge­reich­ten siche­rungs­tech­ni­schen Unter­la­gen sowie

  • behörd­li­che Ver­mer­ke betref­fend deren Prü­fung sowie sons­ti­ge Stel­lung­nah­men / Gesprächs­pro­to­kol­le zu die­sen Unterlagen,

  • und die Gewähr­leis­tung der Sicher­heit der Trans­por­te betref­fen­de Fra­gen und vor­lie­gen­de Stel­lung­nah­men von ande­ren Fach­be­hör­den oder Drit­ten betref­fend die Fra­ge der Gewähr­leis­tung der Sicher­heit der Transporte.

 

Medi­en­echo:

Wider­sprü­che gegen Cas­tor-Trans­por­te aus Gar­ching zurück­ge­wie­sen — SZ

 

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