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Guter Ganz­tag darf nicht vom Geld­beu­tel der Gemein­de abhängen

Glei­che Chan­cen für alle Kin­der im Landkreis:
Clau­dia Köh­ler und Dr. Mar­kus Büch­ler for­dern Klar­heit für die Kom­mu­nen beim Aus­bau von Bil­dung und Betreuung

Mit dem bun­des­wei­ten Rechts­an­spruch auf ganz­tä­gi­ge Bil­dung und Betreu­ung für Grund­schul­kin­der ste­hen die Kom­mu­nen vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen – doch den Schu­len im Land­kreis Mün­chen fehlt bis­lang ein kla­res baye­ri­sches Aus­füh­rungs­ge­setz, das Ori­en­tie­rung und Qua­li­tät sichert. Eine Anfra­ge der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Clau­dia Köh­ler zeigt, dass die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung zwar die Not­wen­dig­keit eines sol­chen Geset­zes und damit die Klar­stel­lung und Sicher­heit für die Kom­mu­nen erkannt hat – das kön­ne aber nur ein ers­ter Schritt sein. Wei­te­re Maß­nah­men sei­en drin­gend erfor­der­lich, so Clau­dia Köh­ler und Dr. Mar­kus Büch­ler, Schu­len, Gemein­den und Eltern bräuch­ten Planungssicherheit.

Der Land­kreis über­neh­me mit dem Kreis­ju­gend­ring bereits wich­ti­ge Koor­di­nie­rungs­auf­ga­ben. Aber ohne umfas­sen­de Maß­nah­men und kon­kre­te gesetz­li­che Anga­ben wer­de es kei­ne Chan­cen­gleich­heit geben, so die Haus­halts­po­li­ti­ke­rin Köh­ler, in ihrer Hei­mat­ge­mein­de Unter­ha­ching auch Gemein­de­rä­tin: „Wenn der Kas­sen­sturz die Aus­ge­stal­tung des Ganz­tags vor­gibt, dann wer­den eini­ge Gemein­den und Städ­te den bil­ligs­ten Weg wäh­len, statt die Prio­ri­tät auf päd­ago­gisch wert­vol­le Inhal­te set­zen zu kön­nen. Es darf der Staats­re­gie­rung nicht nur um Schließ­zei­ten und Bedarfs­zah­len gehen, wir wol­len qua­li­ta­ti­ve und ver­läss­li­che Stan­dards, die jedem Kind zuste­hen. Wir beto­nen seit Jah­ren, wie wich­tig ein baye­ri­sches Aus­füh­rungs­ge­setz ist, um glei­che Vor­aus­set­zun­gen für alle Kin­der im Land­kreis zu haben, von Ober­schleiß­heim bis Pullach.“

Ein beson­de­res Anlie­gen ist den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten, die auch Mit­glie­der im Kreis­tag sind, die Umset­zung des sozi­al­räum­li­chen Kon­zep­tes und die sys­te­ma­ti­sche Ein­be­zie­hung der Jugend­ar­beit vor Ort in die Ganz­tags­kon­zep­te. “Die Zusam­men­ar­beit mit Ver­ei­nen und frei­zeit­päd­ago­gi­schen Ange­bo­ten schafft eine Win-Win-Situa­ti­on für alle Betei­lig­ten”, erläu­tert Büch­ler. „Ver­ei­ne kön­nen Nach­wuchs für Sport, Musik und Ehren­amt gewin­nen, wäh­rend die Kin­der viel­fäl­ti­ge Frei­räu­me für Krea­ti­vi­tät, Bewe­gung und Gemein­schaft erhal­ten. Hier­für brau­chen wir Mecha­nis­men, die Schu­len nicht über­for­dern, Ver­ei­ne eng ein­bin­den und den Kin­dern best­mög­li­che Ent­wick­lungs­chan­cen bieten.”

Rege­lun­gen und Klar­stel­lun­gen zu Qua­li­tät, Kos­ten, Per­so­nal, Wei­ter­bil­dung, Aus­stat­tung, inhalt­li­cher Aus­ge­stal­tung, Inklu­si­on bis hin zum Schul­kind-Trans­port ver­mis­sen die Ver­wal­tun­gen der Kom­mu­nen und Anbie­ter wie auch die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten wei­ter­hin. Daher for­dern Köh­ler und Büch­ler, dass die Staats­re­gie­rung die gesetz­li­chen Grund­la­gen zügig und umfas­send schafft: „Wer den Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­bil­dung ernst meint, als Chan­ce für Bil­dungs­ge­rech­tig­keit begreift und ihn frist­ge­recht umset­zen möch­te, muss jetzt für Klar­heit sor­gen und aus­rei­chend Geld und Per­so­nal bereitstellen.“

Schrift­li­che Anfra­ge: Klar­heit in Bezug auf den Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­bil­dung für Kom­mu­nen schaffen

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