Der Haushaltsausschuss besichtigte erneut die Dokumentation Obersalzberg. Die Dokumentation Obersalzberg ist ein Lern- und Erinnerungsort. Sie setzt sich mit der Geschichte des Obersalzbergs und der NS-Diktatur auseinander.
Anlass unseres Besuchs war die Dokumentation Obersalzberg, mit Gesamtkosten von ca. 30 Mio Euro eine teure Hochbaumaßnahme des Freistaats, davon 10 Mio Euro für die neu konzipierte Ausstellung “Idyll und Verbrechen”.
Der Grund für den letzten Besuch des Ausschusses 2019 waren die enormen Kostenüberschreitungen bei der Konzipierung und baulichen Neugestaltung der Dokumentation von anfangs 15 Mio Euro veranschlagten Kosten. Die Baumaßnahme ist nun abgeschlossen und ich war sehr beeindruckt von der neugestalteten Dauerausstellung “Idyll und Verbrechen”. Sie gewährt Besuchern einen umfassenden Einblick in die Geschichte des Obersalzbergs und seiner Verbindung zu Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus.
Bereits seit 1923 war der Obersalzberg oberhalb Berchtesgadens Urlaubsdomizil Adolf Hitlers. Nach der Machtergreifung 1933 wurde der Obersalzberg zum Führersperrgebiet und systematisch zum zweiten Regierungssitz des Dritten Reichs neben Berlin ausgebaut. Die Dokumentation Obersalzberg zeigt die Geschichte des Obersalzberges und des Nationalsozialismus.
Anhand von rund 350 Objekten, Dokumenten, Fotografien und multimedialen Elementen erklärt die Ausstellung den historischen Ort und erzählt vom Schicksal der Opfer. Das größte Exponat ist die historische Bunkeranlage, die ihm Rahmen der Dauerausstellung zugänglich ist. Die Dokumentation Obersalzberg betreibt seit 1999 die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und zählt dabei zu den bundesweit und international bedeutenden Einrichtungen.
Die Dokumentation Obersalzberg bietet an diesem historischen Ort die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des Obersalzbergs und der Geschichte des Nationalsozialismus insgesamt auseinanderzusetzen. Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte des Obersalzbergs in Verbindung mit der nationalsozialistischen Diktatur.
(aus: Dokumentation Obersalzberg)
Es ist schwer vorstellbar, wie in einer solch idyllischen Umgebung solch grausige Verbrechen und Schlachten geplant werden konnten. Der Öffentlichkeit wurden bewusst heitere Bilder in Wochenschauen und Zeitungen präsentiert, die den Führer und seine Gehilfen in angeblich lockerer Freizeitatmosphäre zeigten. In Wirklichkeit wurden im Inneren des Gebäudes perfide Pläne besprochen und der Zivilisationsbruch der Nazi-Zeit geplant.
Prof. Dr. Brechtken, der stellv. Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, und der fachliche Leiter der Dokumentation Dr. Keller erläuterten uns das Konzept. Die Ausstellung erklärt und dokumentiert mit Fakten, lässt aber die Opfer sprichwörtlich nie aus dem Blick bzw. den Sichtachsen – geschickte Anordnungen lenken das Interesse der Besucher*innen. Beeindruckend ist die große Bunkeranlage mit Tunnels und Gängen zu einem halben Dorf, nur ein Teil davon wurde zugänglich gemacht.
Claudia Köhler: “Es wurde viel Geld für die Dokumentation am Obersalzberg ausgegeben, aber ich denke es ist eine wichtige Investition um für die kommenden Generationen den Erinnerungsort lebendig zu halten und das Schicksal der Opfer nicht zu vergessen. Es ist eine wichtige Mahnung, dass sich die Geschichte nicht wiederholen darf.”
Schrecklich war zu hören, dass neue und alte Nazis auch heute noch den Gedenkort missbrauchen, Kerzen aufstellen und Jahrestage der Diktatur zu feiern versuchen.
Mein großer Respekt gilt denjenigen, die die Konzeption verfasst haben und mit großer Sensibilität die Besucher durch die Dokumentation leiten!








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