Der Forschungsreaktor steht aus technischen Gründen seit fast 5 Jahren still. Zuvor wurde er mit hoch angereichertem Uran (HEU) betrieben, Reaktoren in anderen Ländern haben längst umgestellt. Demnächst ist ein Castor-Transport der abgebrannten Brennstäbe nach Ahaus zu erwarten, ein Zwischenlager, das nur noch 10 Jahre Beriebsgenehmigung besitzt.
Dem übergangsweisen Betrieb des Garchinger Forschungsreaktors FRM II mit hochangereichertem Uran stehen nun zumindest rechtlich keine Hürden mehr im Weg. Denn die Beschwerde des Bund Naturschutz zur Nichtzulassung der Revision nach der Klage wurde abgelehnt.
Claudia Köhler fordert gemeinsam mit Dr. Markus Büchler, MdL seit Jahren eine Umstellung des Forschungsreaktors auf niedrig angereichertes Uran. “Daran hat sich durch die Nichtzulassung der Beschwerde nichts geändert. LEU ist woanders längst Standard, die TUM kündigte selbst immer wieder die Umstellung an. Bayern sollte hier technologisch auf der Höhe der Zeit sein.”
Die TU München hingegen begrüßt die Entscheidung des Gerichts, kündigt jedoch an, dass noch in diesem Jahr der Genehmigungsantrag für die Umrüstung auf niedrig angereichertes Uran 235 mit weniger als 20 Prozent Anreicherung eingereicht werde.
Deshalb erwartet Claudia Köhler, dass die TUM den Reaktor nicht mehr mit „waffenfähigen Uran aus Russland“ betreibt, sondern mit dem seit geraumer Zeit erforschten niedrig angereicherten Brennstoff. Denn: „Alles andere wäre der Öffentlichkeit nicht mehr zuzumuten.“ Der Reaktor steht seit fast fünf Jahren still – da darf die Sicherheit der Menschen nicht der Eile geopfert werden. „Die Risiken bleiben unvertretbar, die Entsorgung ist ungeklärt. Auch die Frage, ob das Uran aus einem kriegführenden Staat wie Russland bezogen werden soll, ist völlig unbeantwortet.“
Diesen Aspekt kritisiert in der SZ auch Kasimir Buhr vom BN:
Die Verwendung eines derartigen Brennstoffes stütze den internationalen Markt für waffenfähiges Material und stehe damit Bemühungen um eine weltweite atomare Abrüstung und um die Begrenzung der Verbreitung von Atomwaffen entgegen, so Buhr.
Risiken und die die Forderung nach Umstellung gelte auch für ein übergangsweise Nutzung, wenn der Reaktor nach der Inspektion wieder hochgefahren werde und eine entsprechende Genehmigung für den Betrieb mit niedrig angereicherten Brennstoffen noch nicht vorliege, so Köhler.
Siehe unter anderem auch folgenden Artikel auf unserer Homepage
Forschungsreaktor FRM2 in Garching: Umrüsten statt Atommülltransporte!
Medienecho:




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