Auf der Zugspitze haben sich Akteure aus Politik, Wissenschaft, Bergsport und Naturschutz zusammengeschlossen und gemeinsam die Resolution „Unsere Gletscher, unsere Berge: Heimat bewahren!“ verabschiedet. Sie fordern konsequenten Schutz für Artenvielfalt und Bergwälder sowie ein klares Bekenntnis zum Ziel „klimaneutrales Bayern 2040“.
Auf dem Gipfel von Deutschlands höchstem Berg stehen Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft, Bergsport, Naturschutz und Politik Schulter an Schulter, um eine deutliche Botschaft zu senden: Bayerns Berge und das Voralpenland brauchen Schutz – und zwar jetzt!
In den vergangenen Wochen haben verschiedenste Bündnispartner unter dem Motto „Rettet die Berge“ bereits vor der Staatskanzlei und am Marienplatz bunt und lautstark gemahnt, dass die Zeit des Ausbaus von längst nicht mehr zeitgemäßer und erfolgversprechender touristischer Infrastruktur — auch noch unter dem Deckmäntelchen “Modernisierungsgesetz” — vorbei ist. Vorbei muss es auch sein mit dem Aufschieben und der Aufkündigung von Zielen im Klimaschutz und Naturschutz. Nun hat diese Mahnung die Zugspitze erreicht.
Die Resolution „Unsere Gletscher, unsere Berge: Heimat bewahren!“ ist mehr als ein Papier. Sie ist ein Weckruf! Denn klar ist: Der Rückzug der letzten bayerischen Gletscher ist nicht aufzuhalten – aber die Folgen für Mensch und Natur, Wasserhaushalt und Artenvielfalt, Bergsport und Tourismus können wir noch abmildern, wenn wir sofort entschieden handeln.
Die Initiatoren der Resolution fordern daher die Staatsregierung u.a. auf:
- das Ziel „klimaneutrales Bayern 2040“ endlich mit konkreten Schritten zu hinterlegen,
- Bergwälder und Wasserressourcen besser zu schützen,
- naturverträglichen Tourismus zu entwickeln,
- Ehrenamtliche in der Bergrettung abzusichern und
- konsequenten Artenschutz umzusetzen.
„Die Gletscher schmelzen – und mit ihnen darf nicht auch unser Wille zum Handeln dahinschmelzen“, so der Tenor der beteiligten Verbände und Organisationen. Die Resolution macht deutlich: Klimaschutz ist kein abstraktes Zukunftsthema. Er betrifft Menschen direkt – vom Bergsportler bis zur Familie im Voralpenland, von Reisenden bis zu Wissenschaftlern und Menschen, die Wasser aus alpinen Bächen beziehen.
Claudia Köhler: “Wir sind Teil des Bündnisses “Rettet die Berge”. Denn die Staatsregierung startet einen Angriff auf die Umwelt und die bayerischen Berge mit dem sogenannten Modernisierungsgesetz. Und das unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus! Mit diesem Bündnis setzen wir ein Zeichen und kämpfen gegen die geplanten Bausünden. Gemeinsam erhalten wir die bayerischen Berge und ihre atemberaubende Natur.“
Mittlerweile gibt es ein Gutachten, dass das Modernisierungsgesetz gegen EU-Recht verstößt. Lesen Sie hierzu den Artikel von Marco Hadem, dpa
Gutachten: Modernisierungsgesetz verstößt gegen EU-Recht Von Marco Hadem, dpa
Die Landtags-Grüne reichen nun Beschwerde bei EU-Kommission ein, da das drittes Modernisierungsgesetz “mit hoher Wahrscheinlichkeit europarechtswidrig” ist: Beschwerde der Grünen und Stellungnahme der Expertinnen und Experten
Claudia Köhler: „Dieses Gesetz ist mit hoher Wahrscheinlichkeit europarechtswidrig und gehört umgehend zurückgenommen! Wer den Klimawandel ignoriert und den Ausbau von Schneekanonen und Speicherseen in Gebieten erleichtert, die damit ganz sicher keine touristische Zukunft mehr haben werden, muss eingebremst werden! CSU und Freie Wähler räumen den Naturschutz ab – wir Grüne halten dagegen. Unsere Alpen mit ihrer Atem beraubenden Natur müssen geschützt werden!”
Die Unterzeichner der Resolution sind (alphabetisch nach Institution):
- BayernSPD
- BUND Naturschutz
- Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag
- CIPRA Deutschland
- Prof. Dr. Wilfried Hagg, Glaziologe, Hochschule München
- LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern
- Mountain Wilderness
- Thomas Müller, Trainer Nordische Kombination, Olympiasieger im Team 1988
- NaturFreunde Bayern e.V.
- ÖDP Bayern
- Protect our Winters (POW) Germany




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