Immer neue Tierskandale kommen in Bayern ans Licht – die Staatsregierung scheint mit der Lage auf allen Ebenen überfordert. Mit zahlreichen Verbesserungsvorschlägen, in einem Offenen Brief und mit dutzenden Anträgen fordern die Landtags-Grünen mehr Tierschutz in Bayern.
Mehrfach wurden verwahrloste und verhungerte Tiere im Landkreis Rosenheim entdeckt, deshalb luden die Abgeordneten Paul Knoblach und Claudia Köhler gemeinsam mit dem Kreisverband zu einer Diskussionsveranstaltung. Jutta Saumweber von der Bayerischen Verbraucherzentrale, Öko-Landwirt Martin Huber aus der Region stellte sich der Diskussion, der Bayerische Bauernverband hingegen nahm die Einladung nicht an.
In der Diskussion wurde deutlich: Viele Bauern sind überfordert, das Problem des Nicht-Handelns, auch von Nachbarn usw., die Kontrollmechanismen greifen nicht. Notwendig seien neben häufigeren Kontrollen auch eine Tiergesundheitsdatenbank, Schulungen, einheitliches und schnelles Vorgehen der Ämter und Kameras in Problembetrieben. Auch Notfallställe, Bestandsbetreuungsverträge mit Tierärzten und Ausstiegsshilfen für Landwirte seien notwendig.
Kai Braunmiller, Veterinärdirektor der Stadt Bayreuth bedauert, dass der Bauernverband untätig sei, wenn es darum geht, dass Bauern überfordert seien oder wenn es um Tiergesundheit gehe. Obwohl Tierärzteverbände seit 10 Jahren z.B. den Tierschutz-TÜV fordern, ändere sich nichts, das gelte auch für eine Datenbank für das Tiergesundheitsmonitoring oder Videokameras in Schlachthöfen.
Es gibt zu wenig Beratungsangebote für Bauern und wenn, gehe es häufig nur um Effizienzsteigerung, nicht aber um die Verbesserung beim Wohlergehen von Bauern und Tieren.
Es geht auch um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Landwirtschaft zu erhalten, dafür müssten die Preise für Lebensmittel erhöht werden und sollten Regionalität und Direktvermarktung gestärkt werden. Sonst haben kleinere landwirtschaftliche Betriebe keine Chance mehr, auf dem Markt zu bestehen.
Unsere Forderung: Die Staatsregierung muss endlich dafür sorgen, dass die Tierschutzkontrollen im Freistaat funktionieren. Es ist unerträglich, dass Tiere leiden, und am Ende alle Bäuerinnen und Bauern unter Generalverdacht geraten – obwohl die große Mehrheit verantwortungsvoll handelt.
Claudia Köhler: Die kleinteilige Landwirtschaft in Bayern, auch mit Tierhaltung, muss erhalten bleiben, aber unter guten Bedingungen. Das geltende Recht müsse eingehalten werden, das sei oft nicht der Fall. Mit jedem Skandal schwindet der Rückhalt in der Bevölkerung, die Menschen wenden sich ab, Subventionen für die Landwirtschaft sind dann schwer zu rechtfertigen. Für die Skandale um verhungerte Tiere seien die Tierhalter und Kontrollbehörden verantwortlich. Die ganze Branche muss ein Interesse daran haben, solche Fälle aufzudecken und zu verhindern.
Am Ende sind sich viele einig: Ein besseres Tierschutz-Kontrollsystem, ein deutliches Mehr an Hilfsangeboten für Landwirten und auch mehr Aufklärung in der Bevölkerung über Ernährung und Landwirtschaft sind die Massnahmen, an denen gearbeitet werden muss.
Unsere parlamentarischen Initiativen zum Tierwohl:
Tierschutz-Kontrollen verstärken und Strafrahmen anpassen
Anhörung zu Veterinärkontrllen und Tierschutzverstößen jetzt
Ein schwarzes Jahr für den Tierschutz in Bayern
Weniger Bürokratie in Wirtschaft und Landwirtschaft




Verwandte Artikel
Haushalt der verpassten Chancen
Am Dienstag, 10. März 2026 beginnen die Beratungen zu den Einzelplänen im Haushaltsausschuss. Die bayerischen Landtags-Grünen haben 127 Änderungsanträge eingebracht. Statement Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen: “Mit diesem Haushaltentwurf verpasst…
Weiterlesen »
Köhler ruft zu Bewerbungen für den Bürgerpreis 2026 auf
Motto: „Gemeinsam weniger einsam – Wegbereiter für ein Miteinander: Ehrenamtliches Engagement für Wege aus der Einsamkeit“ Die Ausschreibung für den Bürgerpreis des Bayerischen Landtags 2026 hat begonnen. Die bayerische Volksvertretung…
Weiterlesen »
Köhler und Kurz rufen zu Bewerbungen für den Bürgerpreis 2026 auf
Motto: „Gemeinsam weniger einsam – Wegbereiter für ein Miteinander: Ehrenamtliches Engagement für Wege aus der Einsamkeit“ Die Ausschreibung für den Bürgerpreis des Bayerischen Landtags 2026 hat begonnen. Die bayerische Volksvertretung…
Weiterlesen »