100 Jahre Kriegerdenkmal. Ein beklemmender Termin war das angesichts der aktuellen Lage, angesichts der neuen Bedrohungen für Frieden, für unsere Freiheit, die in den letzten Monaten offensichtlich wurden, von innen und von außen, bei unseren Nachbarn, bei unseren Verbündeten und immer mehr auch bei uns selbst.
Ich bin in der Nähe des Kriegerdenkmals groß geworden, es gehörte immer dazu. Unbeachtet ist man oft an ihm vorbeigegangen, der Krieg war ja lang vorbei. Keiner wollte mehr Krieg, keiner hätte ihn mehr unterstützt. Eine Selbstverständlichkeit.
Eingehend befasst haben wir uns mit dem Kriegerdenkmal dann vor einigen Jahren im Gemeinderat, als eine Sanierung und Wiederherstellung des Originalzustands beschlossen wurde. Wie so oft wurde es teurer als gedacht, es gab Diskussionen im Ort, große Bäume mussten gefällt werden und erst im Nachhinein haben wir uns auf eine Tafel mit Namen von Opfern der NS-Zeit geeinigt. An offiziellen Gedenktagen stehen wir Jahr für Jahr hier mit Vertretern und Vertreterinnen unserer Partnergemeinden.
Und jetzt ist es 100 Jahre her, noch vor dem 2. Weltkrieg, dass sich unsere Vorfahren Gedanken gemacht haben, die, die für unser Land ihr Leben gelassen haben, zu ehren, aber eben auch zu mahnen, dass ein Krieg immer unendliches Leid über die Familien bringt und der Frieden in Freiheit unser höchstes Gut ist.
Und deswegen ist es wichtig, dass wir alle uns für Frieden in Freiheit einsetzen, jeder und jede, da wo er oder sie im Leben hingestellt ist. Einsetzen dafür, dass wir nie wieder neue Denkmäler, Mahnmäler, Gräber für Gefallene errichten müssen. Dass wir Interessenskonflikte, Meinungsverschiedenheiten, erlittene Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten friedlich lösen, im Kompromiss, im Nachbessern, im Respekt.
Ohne die Demokratie in Frage zu stellen oder gar einen Umsturz zu fordern, ohne das friedliche Miteinander zu gefährden oder sogar Mitmenschen zu verfolgen. Das muss auf allen politischen Ebenen passieren. Und deswegen überbringe ich sehr gerne die Grüße aus dem Bayerischen Landtag angesichts des 100. Geburtstags unseres Kriegerdenkmals.
Danke an alle, die sich für unsere Freiheit in Frieden einsetzen, danke an alle, die den Veteranentag organisieren und danke an alle, die sich um die Geschichte und den Schutz dieses Denkmals bemüht haben, die das Gedenken und das Mahnen aufrechterhalten, wenn und gerade weil die Zeitzeugen heute nicht mehr davon erzählen können.
Ich wünsche uns allen, dass wir uns hier auch weiterhin immer im Frieden und in Dankbarkeit treffen können, ohne beklemmendes Gefühl und ohne Angst vor Kriegsgefahr.




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