Die Reduzierung der Lebensmittelmengen im EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milchprodukte sorgt für Empörung bei den Grünen im Landkreis München. Die Grünen Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Dr. Markus Büchler fordern die Staatsregierung auf, die Finanzierungslücke im Nachtragshaushalt auszugleichen.
Viele Kitas und Schulen in Bayern haben aktuell ein Schreiben erhalten, dass die Mengen um die Hälfte gekürzt werden. Das EU-Schulprogramm wird neben EU-Geldern aus Landesmitteln finanziert. Die Haushaltsmittel der Staatsregierung decken die Kosten jedoch nicht ab, sodass die Mengen reduziert werden müssen.
“Wie kann man nur bei gesunder Ernährung für Schulkinder sparen? Sie ist essentiell für unsere Kinder, doch jetzt reichen die Lieferungen bei weitem nicht mehr bis zum Monatsende, wie mir Schulen aus dem Landkreis München berichten”, kritisiert Claudia Köhler. “Wir brauchen dringend eine Erhöhung der Mittel, um steigende Kosten abzufedern und die Qualität der Lebensmittelversorgung sicherzustellen.”
Dr. Markus Büchler betont zudem die Auswirkungen auf die bayerische Landwirtschaft: “Viele Betriebe haben sich auf die Belieferung von Schulen und Kitas spezialisiert. Die Mengenkürzungen bedrohen nicht nur die gesunde Ernährung vieler Kinder, sondern auch die wirtschaftliche Existenz regionaler Produzenten, über 530 Betrieben aus Bayern beliefern Schulen und Kitas.”
Die Grünen fordern daher eine Aufstockung der Landesmittel um 500.000 Euro, um zumindest die inflationsbedingten Kürzungen auszugleichen und haben einen Änderungsantrag eingereicht. “Die Staatsregierung muss endlich politische Ziele und reale Nachfrage zusammenbringen. Andernfalls bleiben nachhaltige Landwirtschaft und gesunde Ernährung nur Lippenbekenntnisse”, so Köhler.
Zum Hintergrund:
Im EU-Schulprogramm erhalten Kinder von 3 – 10 Jahren in Kindergärten, Häusern für Kinder und Schülerinnen und Schüler der 1.– 4. Klassen in Grund- und Förderschulen kostenlos bevorzugt regionales und saisonales Obst, Gemüse und Milch und Milchprodukte. Das EU-Schulprogramm wird aus Landes- und EU-Mitteln finanziert. Bewerbung und Durchführung des Programms ist Ländersache.
Die begleitenden pädagogischen Maßnahmen wie Unterrichtseinheiten oder Bauernhofbesuche sollen den Kindern zudem landwirtschaftliche Erzeugung und eine Vielfalt an landwirtschaftlichen Erzeugnissen nahebringen. Darüber hinaus sollen Kinder in diesem Zusammenhang auch auf die Themen gesunde Essgewohnheiten, Vermeidung von Lebensmittelabfällen, lokale Nahrungsmittelproduktionsketten oder ökologischen Landbau aufmerksam gemacht werden. Das Ziel: Essen und Ernährungsbildung sollen zusammengedacht werden.
Der Antrag wird am Mi., 12.3.25 um 12:30 Uhr behandelt und kann hier live mitverfolgt werden
Medienecho:




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