Seit Jahren fordern wir Grüne die Einführung des Wassercents in Bayern, um zur Sparsamkeit anzuregen sowie Mittel für den Schutz von Gewässern und Trinkwasserversorgung zu schöpfen. Nun gibt es nach zahllosen Ankündigungen endlich ein Eckpunktepapier. Allerdings klingt es schon wieder nach Verzögerungstaktik, das Papier wirkt mangelhaft und unausgewogen. Der lange erwartete Schritt zur Einführung einer Wasserentnahmegebühr wird durch zahlreiche Ausnahmen und eine unverhältnismäßige Schonung der Landwirtschaft konterkariert. Eine herbe Enttäuschung!
Auch der Zeitplan — frühestens 2027 — zeigt, dass CSU/FW eher eine Verzögerungstaktik fahren, als sich schnellstmöglich für die Einführung des Gesetzes stark zu machen.
Claudia Köhler, haushaltspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion:
“Der Gesetzentwurf zum Wassercent ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber er ist leider sehr schlecht gemacht. Die vielen Ausnahmen und die übermäßige Rücksichtnahme auf die Landwirtschaft untergraben die eigentliche Intention des Gesetzes. Die großen Verlierer dabei sind diejenigen, bei denen das Wasser schon jetzt knapp ist, wie in Teilen Frankens. Aber auch alle, bei denen es in absehbarer Zukunft so weit ist, können sich nicht auf rechtzeitigen Schutz verlassen. Und das wird auf ganz Bayern zukommen. Seit Jahren gehen die Grundwasserstände immer weiter zurück. Bis heute aber weiß die Staatsregierung nicht einmal, wie viel Wasser wo in Bayern überhaupt entnommen wird – weil es nicht gemessen und berechnet wird.”
Unsere Grüne Fraktion kritisiert insbesondere die folgenden Aspekte des Gesetzentwurfs:
- Eine Vielzahl von Ausnahmen, die die Wirksamkeit der Maßnahme erheblich einschränken
- Eine unverhältnismäßige Bevorzugung der Landwirtschaft, Energieversorgern, Industrie, Mineralwasserhersteller privaten Nutzer*innen gegenüber
- Mangelnde Anreize für einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Wasser
Bündnis 90/Die Grünen fordern eine grundlegende Überarbeitung des Eckpunktepapiers für den Gesetzentwurf, um eine faire und effektive Umsetzung des Wassercents zu gewährleisten. Nur so kann ein nachhaltiger Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser in Bayern sichergestellt werden.
13 Bundesländer haben bis jetzt eine Wassercent zum Wohle der Allgemeinheit eingeführt, das sollte Bayern auch schaffen! Wir bleiben in jedem Fall dran.
Die Bayerische Staatsregierung muss jetzt endlich ins Handeln kommen! Immerhin geht es um unser Trinkwasser!
Der Wassercent kommt nun ab Juli 2026 und das ist ein Erfolg unserer Grünen Politik. Wir sind nicht müde geworden, wirksame Konzepte und Vorschläge einzubringen! Aber es gibt Lücken: Völlig unklar bleibt, wie die Wasserentnahme flächendeckend gemessen und abgerechnet werden soll, wenn sich die Staatsregierung nach wie vor weigert, Wasserzähler in die Brunnen zu bauen.
Pressemitteilung zum Wassercent Juli 2025
Medienecho:
Der Wassercent kommt: Fällig wird er erstmals am 1. Juli 2026 — SZ
Der Wassercent ist ein Paradebeispiel für Klientelpolitik- SZ
Mehr Infos sowie den Grünen-Punkteplan für einen bayerischen Wassercent finden Sie hier:
https://www.gruene-fraktion-bayern.de/themen/umwelt-natur/gruener-punkteplan-fuer-einen-bayerischen-wassercent/
Stellungnahme Städtetag zum Wassercent Wassercent Städtetag Pressemitteilung vom 12.12.2024





Verwandte Artikel
Staatsstraßen: Ministerium streicht hunderte Bauprojekte — sagt aber nicht welche
Neuausrichtung des Staatsstraßenausbauplans wird auf grünen Antrag im Verkehrsausschuss vorgestellt — Übersicht über alle Projekte steht weiter aus Seit mehreren Jahren bittet Dr. Markus Büchler, MdL, das Staatsministerium für Wohnen, Bau…
Weiterlesen »
Grüne fordern Gutscheine für professionelle Zahnreinigung: Bayern muss Zähne zeigen!
Die Grünen Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Dr. Markus Büchler fordern für den Faschingsdienstag die Ausgabe von Gutscheinen für eine kostenlose professionelle Zahnreinigung. „Bayern muss Zähne zeigen! Dem von der Union angekündigten Kahlschlag…
Weiterlesen »
Claudia Köhler und Dr. Markus Büchler schlagen Regelbefreiung für Kommunen vor
Mehr Freiheit für den Landkreis München Jeder, der einen Antrag stellt, kennt es: Ungewisse oder lange Bearbeitungszeiten auf Ämtern, Personalmangel und Überlastung in Verwaltungen, Frust beim Bürger. Bayerns Städte, Gemeinden, Landkreise und Bezirke leiden unter…
Weiterlesen »