Aus dem Landkreis München erhalten in diesem Jahr zwei Gemeinden eine Schlüsselzuweisung zur Verbesserung der finanziellen Lage. Haar bekommt eine Schlüsselzuweisung in Höhe von 10.857.164 Euro, Schäftlarn in Höhe von 755.828 Euro. Der Landkreis München ist der einzige Landkreis in Oberbayern, der als Landkreis keine eigene Schlüsselzuweisung erhält. Ein Zeichen, dass trotz der aktuellen Herausforderungen auf Kreisebene, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, die Lage im Landkreis München vergleichsweise zu anderen bayerischen Landkreisen konjunkturell gut ist bzw. im Bemessungsjahr 2023 war.
Für ganz Bayern stehen in diesem Jahr an Schlüsselzuweisungen 4,85 Mrd. Euro zur Verfügung, dies bedeutet eine Steigerung um 408.800.000 Euro bzw. 9,2 % gegenüber dem Vorjahr. Davon gingen 946.223.704 Euro Euro nach Oberbayern.
Die Mittel für die Schlüsselzuweisungen werden dem Kommunalanteil des allgemeinen Steuerverbundes entnommen:
Den Kommunen stehen gesetzlich 12,75 % der Einnahmen des Landes an der der Einkommen- und Körperschaftsteuer, der Umsatzsteuer und der Gewerbesteuerumlage zu, der Anteil soll im kommenden Jahr auf 13% steigen.
Im Bayerischen Finanzausgleichsgesetz ist geregelt, wie das Geld innerhalb der kommunalen Ebene verteilt wird.
„Die Schlüsselzuweisungen sollen die Steuereinnahmen der Gemeinden und die Umlageeinnahmen der Landkreise aufgabengerecht ergänzen und einen gewissen Ausgleich für “arme” und “reiche” Kommunen schaffen“, erklärt die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Claudia Köhler.
Bei der Berechnung der Zuweisungen werden neben den Steuereinnahmen auch spezifische Sonderbelastungen berücksichtigt, darunter Strukturschwäche, Bevölkerungsrückgang und die Kosten der Kinderbetreuung. Für kreisfreie Gemeinden werden zusätzlich Sozialausgaben in die Berechnung einbezogen.
Haar hatte eine unerwartete, hohe Gewerbesteuerrückforderung aus dem Jahr 2023 zu verkraften.
„Die Aufgaben, die die Kommunen erbringen müssen, werden ständig mehr, die Erstattungen durch das Land gleichen aber nicht die kompletten Kosten aus. Dadurch werden die Finanzierungslücken der Gemeinden und Landkreise immer größer“, so
Dr. Büchler.
„Wichtig wären deutlich mehr frei verfügbare Mittel aus dem Steuerverbund, damit die Kommunen unbürokratisch selbst entscheiden können, welche Leistungen gerade am notwendigsten sind“, so die beiden Abgeordneten. Sie kündigten einen Haushaltsantrag bei den anstehenden Beratungen zum Nachtragshaushalt an. „Davon werden dann auch die Gemeinden in unserem Landkreis profitieren.“
Dr. Ulrich Leiner, 2. Bürgermeister von Haar, kommentiert:
“Die Schlüsselzuweisung ist für Haar eine hilfreiche Einmalunterstützung, die eine hohe Rückforderung abmildert. Auf längere Sicht aber wäre es wichtiger, dass die Staatsregierung das Konnexitätsprinzip vollständig einhält, also Aufgaben, die sie an die Kommunen delegiert auch dauerhaft und in vollem Umfang bezahlt.”
Medienecho:
Schlüsselzuweisung: Haar erhält 10,9 Millionen Euro — Wochenanzeiger




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